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7 In Slowcooker allgemein

Welche Gerichte man im Slowcooker kochen sollte – und welche nicht

Bierbraten aus dem Slowcooker
Die Slowcooker-Fangemeinde hat sich in jüngster Zeit enorm vergrößert – das sehe ich an den Besucherzahlen hier (und erfreulicherweise auch an den Verkaufszahlen der Slowcooker-Bücher). In diversen Facebook-Gruppen (siehe hier) diskutieren ganz viele neue Slowcooker-Köchinnen,  hochmotiviert ihr neues Kochgerät bestmöglich zu nutzen. ABER: Ein Slowcooker ist kein Generalist, sondern ein Spezialist. Ja, im Prinzip könnte man Reis als Beilage darin kochen. Andererseits könnte man genauso ein Ei im Backofen auf dem erhitzten Backblech braten oder Wasser in einer Tasse über dem Toaster erhitzen – aber macht das wirklich Sinn? Daher hier nochmals einige Hinweise dazu, was der Slowcooker wirklich gut kann und was man lieber herkömmlich garen sollte, zum Beispiel auf dem Herd oder im Backofen. Ich fasse da mal meine zehn Jahre Slowcooker-Erfahrung zusammen 😉

Merksatz +++ Klugscheißermodus an ++++
Der Slowcooker ist ideal für alle Gerichte, bei denen es auch im Herd nicht auf eine Minute mehr oder weniger Garzeit ankommt. Lebensmittel, die auch bei herkömmlicher Garweise schnell pappig werden oder einen genau bestimmten Garpunkt haben, gelingen im Slowcooker selten gut.

Welche Gerichte man nicht im Slowcooker zubereiten sollte

Reis & Pasta
… werden beim Schongaren matschig, vor allem wenn man sie „solo“ als Beilage gart. Bei einer Spinatlasagne finde ich fehlendes „al dente“ nicht so schlimm, bei Risotto schon. Bevor ich das im Crocky zubereite und mir die Uhr stelle, um alle halbe Stunde zu rühren und den Garzustand zu prüfen, stelle ich mich lieber an den Herd und habe das Rühren und Garzustand prüfen zuverlässiger in 20 Minuten erledigt. Risotto gibts also nur, wenn ich auch die Zeit habe, mich diesem Gericht wirklich zu widmen.

Teure Fleischstücke
Roastbeef vom Biorind, Schweinefilet oder eine ganze Maispoularde im Slowcooker? Das käme mir nicht in den Sinn. Diese Stücke wären mir zu schade für eine Garmethode, bei der die Beurteilung des Garzustandes einem Blindflug gleicht und das Ergebnis am Ende ohne zusätzliches Überkrusten „gekocht“ aussieht. Meine Zubereitungsmethode der Wahl für teures, gutes Fleisch ist der Backofen – Niedertemperatur trocken statt Niedertemperatur feucht im Slowcooker 😉

Gebäck
… wird im Slowcooker eigentlich nur gedämpft. Das bekommt den Dampfnudeln – wie der Name schon sagt – supergut und auch Möhrenkuchen bleibt sehr saftig. Letzterer benötigt allerdings Guss, damit er auch wie ein leckerer Kuchen aussieht. Ebenso funktioniert Brotbacken im Crocky, aber unter einem appetitlichen knusprigen Brot verstehe ich etwas ganz anderes.

Pudding & Breie
Siehe Abschnitt Reis & Pasta, Unterabschnitt Risotto 🙂 Wieso soll ich den Rührvorgang über Stunden ausdehnen, wenn ich es auch in 15 Minuten erledigt haben kann? Eine Ausnahme ist vielleicht Porridge (über Nacht gegarter Haferbrei), aber der schmeckt mir persönlich eh nicht so gut.

Welche Gerichte im Slowcooker bestens gelingen

Klingt das jetzt wie ein Plädoyer CONTRA Slowcooker? Das soll es nicht sein, denn der Crocky ist für viele andere Speisen mehr als ideal!

Suppen & Eintöpfe
… vertragen Schongaren bestens und nehmen ein halbe oder ganz Stunde zusätzliche Garzeit selten übel. Von Anfang an zugegebener Reis (zum Beispiel in der Zucchinisuppe) wird hier mit voller Absicht matschig und sorgt für leichtes Andicken.

Schmorfleisch & günstige Fleischstücke
Rouladen, Hackbraten und Gulasch gibt es bei uns NUR aus dem Slowcooker – so saftig bleiben sie bei keiner anderen Garmethode. Ein absolutes Highlight ist auch Pulled Pork, ein Schweinebraten, der gegart wird, bis er zu Fasern zerfällt.

Empfindliche Desserts
Brotauflauf, Creme brulee und Pots du creme stocken im Slowcooker ganz wunderbar, nichts brennt an oder wird zu gar.

Fonds
Allein dafür lohnt die Anschaffung des Slowcookers! Fleischabschnitte, Gemüseschnippsel (geröstet oder roh) , Zwiebel, Gewürze ab in den Topf, über Nacht vergessen – und am nächsten Tag erwartet Sie der herrlichste Grundfond, der sich gut einkochen oder einfrieren lässt. Wer da noch Brühwürfel nutzt, ist selber schuld.

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7 Kommentare

  • Antworten
    Ulrike
    28. Oktober 2014 um 15:24

    Kündigst du mir jetzt die Freundschaft, wenn ich mich als ab-so-lu-ten Porridge-Fan oute und mich freue, das im kleinen Crocky auszuprobieren?

    • Antworten
      gfra
      28. Oktober 2014 um 15:30

      Nee, du lässt mich meinen Grünkohl ja auch weiterhin mit Kartoffeln drin kochen 😉

  • Antworten
    Ulrike
    28. Oktober 2014 um 15:41

    Phew, Glück gehabt 😉

  • Antworten
    Iris
    14. Dezember 2014 um 12:07

    Da sich in der Paleo-Szene eine Menge Leute (auch auf meiner Seite) bewegen, die gerne mit dem Crockpot arbeiten, habe ich denen jetzt allen mal deine Seite empfohlen. Schön gemacht, sehr übersichtlich und informativ :

    Kannst gerne auch mal bei mir vorbeischauen: Ich schreibe über diePaleo Diät

    LG Iris

    • Antworten
      gfra
      14. Dezember 2014 um 14:34

      Danke für das Lob, iris – die Paleo-Lebensweise klingt sehr interessant und der Ansatz schlüssig. Aber mit dem Gedanken auf Kuchen zu verzichten, muss ich mich erst anfreunden 🙂

      • Antworten
        Iris
        5. Januar 2015 um 23:29

        😀 Dann müsstest du mal meinen Bananenkuchen ausprobieren, ohne Weizen und ohne Gluten. guckst du hier: Paleo Kuchen

        guten appetit 🙂

  • Antworten
    Slowcooker-FAQ zu Geräten, Zubereitung, Rezepten | Langsam kocht besser
    16. November 2017 um 8:36

    […] sie normalerweise eine andere Garzeit haben (Kartoffeln brauchen eeewig) oder nicht gut gelingen (Reis, Pasta). Ich helfe mir damit, dass ich fast immer vorgekochten Reis/Pasta im Kühlschrank habe, die ich […]

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