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Gerätetest: Morphy Richards Sear & Stew Compact

Sear & Stew Compact Gerätetest

Sear & Stew Compact Gerätetest

Es ist eine schwere Aufgabe, das Rad neu zu erfinden. Oder die bewährte Slowcooker-Bauweise „isolierende Hülle – schwerer Steinguttopf“ neu aufzulegen. Daher gebe ich Morphy Richards zumindest einige Versuchs-Ehrenpunkte für den „Sear & Stew Slowcooker Compact“, ein neues Slowcooker-Modell, das seit einigen Monaten auf dem Markt ist. Nach einer Testreihe finde ich allerdings: Das Gerät ist ein prima Campingkocher oder eine Ersatzkochplatte. Als Langsamkocher halte ich es jedoch nur für eingeschränkt tauglich.

Sear & Stew Compact – die Bauweise

Wie hier schon im Unboxing-Video zu sehen, ist der Sear & Stew (Preis etwa 75 Euro, aktuell bei Amazon* knapp 60 ) ganz anders konstruiert als ein herkömmlicher Slowcooker: Auf einer Wärmeplatte befindet sich ein metallener, eckiger 4,5-l-Topf, den man abnehmen und damit auf dem Gas- oder Elektroherd (nicht Induktion) anbraten kann. Ist das Bräunen erledigt, stellt man den Einsatz zurück auf das Heizelement, wählt Garstufe HIGH oder LOW und gart das Gericht zu Ende. Das Heizelement lässt sich übrigens im Topf selber verstauen – das spart tatsächlich Platz, den Titel „Compact“ hat sich das Gerät damit redlich verdient.

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Die Kocheigenschaften des Sear & Stew Compact

Den Titel Slowcooker sollte er allerdings nicht tragen, finde ich. Denn Langsamkochen im Sinne von „Ich lasse das acht Stunden ohne Aufsicht vor sich hin schmurgeln“ würde ich damit nicht. Der Grund ist genau das platzsparende Bauprinzip: Die Hitze kommt ausschließlich von unten, die Seitenwände des Topfes sind nicht eingeschlossen (und damit isoliert). Also geht da eine ganze Menge Energie flöten, umso mehr muss von unten zugeführt werden, damit es weiter gart. Bei sehr flüssigen Speisen (Suppen, Eintöpfe) funktioniert das ja noch, obwohl auch da die Garzeiten kürzer sind als beim herkömmlichen Slowcooker. Die Erbsensuppe hat also nur drei Stunden auf HIGH statt vier bis 4,5 benötigt, die Ofensuppe ohne Ofen (und ohne Fleisch) ebenso.

Geht es dann aber an Gerichte wie Milchreis oder Schmorgerichte mit wenig Sauce (hier im Video der General Tso), dann brodelt es arg heftig im Topf und vor allem hängt es an den Seiten und unten an. Da muss man rühren, beaufsichtigen, Flüssigkeit nachgießen – all das, was ich eigentlich beim Langsamkochen NICHT möchte – denn dann kann ich ja gleich den Herd anschalten. Gut, der Sear & Stew Compact braucht weniger Strom als ein Herd!

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Fazit

Als Camping-Kochplatte zum Beispiel für Wohnwagen oder Ferienhaus finde ich den Sear & Stew Compact super. Er ist gut verarbeitet, der Topf ist recht stabil und offenbar nicht so kratzempfindlich wie die Anbrat-Einsätze einiger Slowcooker herkömmlicher Bauweise. Die Topfgröße von 4,5 Litern passt gut für den normalen Haushalt. Allerdings kocht das Gerät so heftig, auch auf Stufe LOW, so dass ich es nicht längere Zeit ohne Aufsicht laufen lassen würde. Wer dagegen nur auf Zeitpannen von ein, zwei oder drei Stunden ohne Rühren aus  ist, für den macht er eher Sinn.

* Hinweis: Affiliate Link Amazon, bei Verkäufen über diesen Link erhalte ich eine Provision.

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5 Kommentare

  • Antworten
    Christin Lohse
    2. April 2016 um 23:15

    Hallo Gabi, danke für deinen Test. Schade das der so stark kocht sonst sieht der richtig toll aus.

  • Antworten
    Susi
    5. April 2016 um 13:13

    Hallo Gabi.
    Danke für die Review. Mit slowcooken hat das gar nix zu tun. Evtl. will man neue Wege gehen?

    Liebe Grüsse
    Susi

  • Antworten
    Andrea
    5. April 2016 um 13:32

    Danke für deinen Bericht, solltest mal den http://www.amazon.de/Crock-Pot-SC7500-050-Traditioneller-Saut%C3%A9-Schongarer/dp/B009YDOAGO/ref=sr_1_39?s=kitchen&ie=UTF8&qid=1459855169&sr=1-39&keywords=Crockpot probieren – für mich der bisher beste SC . Vom Anbraten auf dem Herd , übers SC , überbacken im Ofen bis zum Servieren am Tisch ein Topf ! ?

  • Antworten
    Emily
    12. April 2016 um 12:22

    Ehrlich – ich war schon bei deinem Unboxing-Video etwas skeptisch, nach deinem Testbericht kann ich nur sagen ‚Haken dran‘. In der heutigen Zeit, wo mehr und mehr Haushalte Induktion haben (ist in USA vielleicht anders), klappt das Anbraten sowieso nicht mehr. Und gerade die Vorteile des keramischen Kochtopfes sind ja auch dahin. So würde ich eher über die Anschaffung einer Einzel-Induktionsplatte nachdenken, braucht bestimmt auch nicht mehr Strom; Zeit, Temperatur und / oder Garstufe können eingestellt werden; Kosten ca. 30 Euro, und kann auch in jede Steckdose eingesteckt werden.

  • Antworten
    Sisilia
    27. September 2017 um 19:11

    Vielen Dank für das Review. Ich hatte überlegt, mir dieses Gerät zuzulegen, aber ich werde jetzt davon absehen.
    Liebe Grüße
    Sisilia

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