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Pleiten, Pech & Pannen: Clotted Cream aus dem Slowcooker

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Kennt ihr schon die berühmte westfälische Braune-Butter-Creme? Ich auch erst seit letzter Woche, denn da habe ich sie erfunden 🙂 Und zwar, als ich versuchte, im Slowcooker Clotted Cream herzustellen. Nun, Clotted Cream wurde es nicht – eher eine Art braune Butter, die noch zu viel Molkebestandteile enthält. Braune-Butter-Creme also. Auch essbar und gar nicht so übel. Aber eben keine Clotted Cream

Clotted Cream kennt ihr vielleicht aus dem England-Urlaub: Eine dicke, sahnige Creme, die auf Scones gestrichen und dann mit Marmelade getoppt wird. Köstlich! In Deutschland findet man Clotted Cream nur in Spezialshops und dort ist sie sehr teuer. Nun, Clotted Cream selbst herzustellen ist auch kein günstiges Vergnügen: Man braucht einen Liter Sahne und zwar keine H- oder homogenisierte Sahne. Denn die ist so sehr (vor-)behandelt, dass sie nicht mehr aufrahmt. Ich habe im Supermarkt nur Biosahne gefunden, auf die das zutraf – und habe dafür knapp fünf Euro bezahlt.

clottedcream1Nach dieser Anleitung wird die Sahne dann ganz langsam im Slowcooker erhitzt, so dass sich der dicke Rahm oben absetzt. Nach gründlichem Abkühlen kann der dann abgeschöpft werden – voila, Clotted Cream. Nun, die Wirklichkeit sah anders aus: Die angegebenen acht Stunden auf LOW (selbst im sehr schneckigen Morphy.Richards-3,5-l-Topf) waren definitiv zu viel. Am Rand wurde die Sahne nämlich bereits bräunlich. Als ich den Rahm abschöpfte, hatte ich letztlich sehr feste, hellbraune Masse, leicht gelbliche mittelfeste Masse und etwa joghurtartige weiße Masse (siehe Foto rechts).

Um diese drei „Aggregatzustände“ der Sahne etwas appetitlicher und einheitlicher zu bekommen, kam ich auf die glorreiche Idee, sie mit dem Mixer glatt zu rühren. Oops – falscher Fehler. Nun nämlich geronn die Creme und ich hatte – Butterflöckchen und Molke. Nach dem Abgießen der Flüssigkeit und leichtem Erwärmen der Pseudo-Butter ließ sich diese dann doch noch wieder glatt rühren – zu besagter Braune-Butter-Creme mit leicht nussigem Aroma.

Der erste Versuch ist also in die Hose gegangen – vermutlich wird der Slowcooker auf „LOW“ noch zu heiß. Ich werde es jetzt mit etwas kürzerer Zeit und einem Wasserbad versuchen. Die Butter-Creme wird derweil in Kuchen verbacken – ja, der Alltag einer Rezeptentwicklerin ist manchmal ganz schön hart 😉

 

 

 

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10 Kommentare

  • Antworten
    Susanne
    12. April 2016 um 16:38

    Schade eigentlich….. Ich liebe Clotted Cream. Wäre schön gewesen, wenn die Slow-Cooker-Variante einfach so funktioniert hätte, meine bisherigen Versuche sind nämlich alle gescheitert. Aber jetzt hast du mich erinnert….ich muss mal wieder einen Versuch starten.

  • Antworten
    Heike
    12. April 2016 um 21:26

    Hatte ich nicht irgendwo gelesen, dass Du am vergangenen Wochenende bei einem Bloggerevent in Köln warst? Direkt neben Kaufhof auf der Schildergasse gibt’s doch den English Shop.
    Da kann man prima Clotted Cream für 4,99€ kaufen ? ( und übrigens auch online bestellen). Gelingsicher ?.
    … aber ich freue mich natürlich auch auf ein Rezept für selbst hergestellte Clotted Cream, was ich sicherlich ausprobieren werde.
    Viele Grüße, Heike

    • Antworten
      gfra
      12. April 2016 um 22:02

      Heike, ja, du hast richtig gehört 😉 Und ganz ehrlich: 4,99 EUR sind teuer, aber immer noch billiger als zweimal einen Liter Biosahne verhunzen. Ich geb das jetzt auf mit der homemade Clotted Cream 🙂

  • Antworten
    Bastel
    13. April 2016 um 10:14

    Ich mache CC immer in einer beschichteten (oder Keramik) großen Pfanne, die auf der kleinsten Gasflamme steht und vor sich hin clotted. Einmal die Stunde nehme ich die oberste feste Schicht mit einem Schaumlöffel ab und verbringe diese in eine kalte Schale. Dabei setzt sich noch etwas Molke ab, die ich abgieße und der Rest kommt in ein sauberes Glas. Dies mache ich so lange, bis sich keine Schicht mehr bildet. Ergebnis ist eine sehr leckere Clotted Cream. Und das funktioniert auch mit Sahne von nem Discounter… mit guter frischer Bio-Sahne wirds natürlich leckerer.

    • Antworten
      gfra
      13. April 2016 um 10:26

      Guter Tipp – aber man muss ja quasi die ganze Zeit dabei stehen, das wäre schon nix für mich 😉

  • Antworten
    Claudia
    13. April 2016 um 13:51

    Evtl wäre das was f den Multikocher v RH?
    Ich könnts mir vorstellen. Evtl mit der „Joghurt“ Funktion

    • Antworten
      gfra
      13. April 2016 um 14:34

      Ja, das klingt plausibel – versuche ich mal!

  • Antworten
    Susi
    13. April 2016 um 14:51

    Ich denke, dass man diese nussige Creme durchaus mit Erdbeermarmelade und Scones verschnabulieren kann.

    Es gibt Dinge, die funktionieren halt nicht im Slowy. Und Deine Pleitenberichte sind ehrlich und zeigen halt auch mal, was nicht geht.

    Finde ich gut 🙂

    Liebe Grüsse Susi

  • Antworten
    bea wuttke
    29. Mai 2016 um 14:32

    clotted cream mache ich im ofen, einmal „aufkochen“, runter auf 60 grad und dann die nacht vor sich hinsimmern lassen und dabei gut schlafen. morgens ofen ausschalten, aufmachen und gut auskühlen lassen. wenn kalt, creme abschöpfen und in glas abfüllen, fertig.
    ganz toll wird die CC wenn ich zu meine milchbauern fahre und von ihm frisch gemolkene, völlig unbehandelte milch „vorzugsmilch“ bekomme, die ist vollfett und lekka 😀 da kostet mich der liter 2,50 euro, ich nutze so 3-4 liter im ofen…
    vor der „vorzugsmilch“ habe ich die CC mit küchensahne gemacht, die ist 30% und da hat es auch immer geklappt, wenns viel werden sollte, hab ich noch einen pott mascapone reingerührt, sogenannte CC italiana 😉
    da ich jetzt auch ein crocky hab, werde ich das ganze mal damit versuchen, sollte ja problemlos klappern 🙂

    • Antworten
      gfra
      30. Mai 2016 um 8:36

      Hi, Bea – danke für den Tipp, an Vorzugsmilch kann ich hier auch kommen…Ich denke, die Ofenmethod eist noch vielversprechender als der Crocky, da ist es mir inzwischen schon zweimal „braune Butter-Creme“ geworden 😉

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