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Küchenplanung, Schritt eins: Wer soll überhaupt planen?

Skizze der neuen Küche

Wo eine Küche kaufen?

Komisch: In unserem 20 000-Einwohner-Ort kann ich nirgendwo Koriander oder eine Daunenjacke kaufen. Aber eine Küche bestellen, das wäre möglich in zwei „normalen“ Möbelhäusern, einem speziellen Küchenmöbelhaus und bei geschätzten vier Schreinern. Nimmt man weitere 20 Kilometer Umkreis und überregionale Anbieter im Internet mit, dann bin ich bei 50+ Anbietern.

Rabatte beim Küchenkauf

Wo geht man also hin für die Küchenplanung?

Meine Erfahrung von inzwischen fünf Küchenkäufen sagt mir:

  1. Zu niemandem, der aggressiv mit Rabatten a la „Nur heute 50 Prozent auf alle frei geplanten Küchen!“ wirbt. Berechne ich heute einen Webdesign-Stundensatz von 60 Euro und morgen aus reiner Menschenfreude nur 30? Nö. Ich könnte allerdings großzügig 100 Euro Stundensatz auf 60 Euro reduzieren – „aber nur für Euch und nur heute!“ Merkt Ihr was???
  2. Unbedingt zu jemandem, der Euch empfohlen wurde. Fragt den Architekten, den Elektriker, die Nachbarin oder Bekannte, deren Küche Euch gefällt. „Woher habt Ihr Eure Küche her? Hat alles gut geklappt?“
  3. Zu niemandem, der Euch Preis- und Modellvergleiche schwer macht. Händler, die nicht sagen,  von welchem Hersteller die verbauten Möbelteile kommen, die keine Stücklisten und Pläne heraus geben, die keine genauen Aussagen zu den verwendeten Elektrogeräten machen und immer wieder von „Paketen“, „Blöcken“ oder „Preisgruppen“ reden, haben sehr viel Luft für Auf- und Abschläge.
  4. Zu jemandem, der zuhört. Der Euch also nicht gleich zu irgendwelchen (dringend abzuverkaufenden) Musterküchen steuert, sondern erst mal wissen möchte, was Ihr so braucht und Euch vorgestellt habt.
  5. Zu niemandem, der als erstes wissen möchte, wie viel Budget Ihr habt. Das würde dann vom Küchenverkäufer bis aufs letzte Knäpperchen (und darüber hinaus) ausgereizt. Natürlich könnt Ihr ein Budget haben – nur nennt es nicht! Präsentiert stattdessen eine Liste von „Muss“ und „Kann“-Kriterien und sagt dem Küchenverkäufer, wenn er eine wirklich überzeugende Lösung präsentiert, dann käme man preislich schon zusammen…
  6. Zu mindestens zwei Anbietern, aber auch nicht unendlich vielen. Ein gewisses Gefühl für Preise und Qualitäten müsst Ihr euch anlesen/aneignen (ich fand dieses Buch sehr hilfreich *Amazon-Link) , daran führt kein Weg vorbei. Aber ein Dutzend Anbieter planen zu lassen, finde ich erstens unredlich (die machen das ja auch nicht als Beschäftigungsmaßnahme), zweitens hätte ich persönlich keine Zeit für diese ganzen Abstimmungsgespräche.

Meine eigene Liste oben hat mich zu drei „Küchenmanufakturen“ im Umkreis von 15 km geführt. Zwei sind mir wärmstens von Architekt und Bekannten empfohlen worden, beim dritten arbeitet jemand, den ich kenne, und dieser Anbieter präsentiert seine Werke auch sehr schön auf einem Einrichtungsportal im Internet (Houzz). Das hat sich für mich eh als Quell meiner gesamten Bauinspirationen und Küchendetailplanungen entwickelt – mehr dazu in der nächsten Folge!

Fotos: Immofoto-Sylt bei Houzz / Home Staging Sylt bei Houzz

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4 Kommentare

  • Antworten
    Karin
    9. Februar 2018 um 15:44

    Nachdem ich nun mehrere Einbauküchen hatte (ca. 5 ), habe ich folgende Erfahrungen gemacht:
    1. Man muss sich selbst erstmal im Klaren sein, was in der Küche sein soll oder evtl. noch sein darf, wenn Platz und Budget es hergeben. Das ist gerade für einen Küchenneuling, sprich Kochanfängerin noch recht schwer, da ist dann erstmal die klassische Küchenzeile oft das beste Einsteigermodell, auch gerade wenn man in einer Mietwohnung wohnt.
    2. Beim Eigenheim sollte man sich erstmal selbst mit der Küchenplanung befassen -es gibt da ja gute, kostenfreie Onlineprogramme-, damit man ein Gefühl dafür bekommt, wieviel Platz die geplante Küche braucht.
    Wenn die Küchengröße vorgegeben ist, sollte man anhand der Planung prüfen, ob z.B. das geplante große Kochfeld wirklich passt, denn oft hat man dann links und rechts daneben zuwenig Staumraum oder ungünstige Maße.
    Viele Küchenplaner neigen nämlich dazu erstmal das gerade moderne Konzept anzupreisen (hochgesetzte Herde und Spülmaschinen, große Kochfelder etc). Hier sollte man überlegen, ob man das wirklich braucht und ob eine koventionelle Küchenplanung (z.B.Kochfeld mit Herd darunter) z.B. mehr gewünschten Stauraum bietet.
    Im Großen und Ganzen waren bei mir die Planungen des Möbelhauses gut und preislich vergleichbar.
    Die beiden letzten Planungen von einem Küchenstudio waren jedoch wirklich besser, weil hier die Beratung ausführlicher war ( z.B. wurde mir gesagt, dass man bei einem Energiesparhaus keine Abluft mehr nimmt, oder eine etwas höhere Arbeitshöhe und dadurch unten eine Schublade mehr) und man sich einfach mehr Zeit genommen hat. Alllerdings war meine letzte Küche auch deutlich teurer. Auch der Einbau hat tadellos geklappt, da gabe es keine „vergessenen“ Teile.
    Liebe Grüße Karin

    • Antworten
      Gabi Frankemölle
      9. Februar 2018 um 16:14

      Ja, Service hat seinen Preis – aber das finde ich okay so. Das mit deinen Punkten 1 und 2 (sich erst mal überlegen, was man will und grob vorplanen) kann ich nur unterstreichen – bei mir waren das sechs Din-A-4-Seiten inklusive Fotos, die ich den Küchenhäusenr vorgelegt habe. Die dachten bestimmt, die Frau hat sie nicht alle… 😉

  • Antworten
    Christine
    13. Februar 2018 um 11:53

    Hallo Gabi, bei hochwertigen Möbeln ist der Schreine oft viel günstiger und besser. Wenn es bei euch einen auf Küchen spezialisierten Schreiner gibt ist die Planung bestimmt so gut wie im Küchenhaus. Wir hatten ein Wandstück mit 1.1m der Schreiner macht zwei 55 cm Schränke das geht bei fertigen Möbeln nicht.

    • Antworten
      Gabi Frankemölle
      13. Februar 2018 um 11:57

      Da hast du recht, Christine – aber das „Küchenhaus“, das unser Favorit ist, ist auch Schreinerei, die können (und machen) sowas auch. Ja, die billigste Lösung sind solche Maßanfertigungen natürlich nicht – aber ihren Preis wert 🙂

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