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3 In für Slowcooker

Für Weihnachten: Westfälischer Sauerbraten aus dem Slowcooker

Rezept für westfälischen Sauerbraten aus dem Slowcooke

Der deutsche Klassiker gelingt im Slowcooker bestens: Das Rindfleisch ist butterzart, die Sauce mit Pumpernickel, Rübenkraut und Rosinen wunderbar aromatisch.

Rezept für westfälischen Sauerbraten aus dem Slowcooke

Der Titel dieses Artikels ist irreführend. Denn bei uns wird es sicherlich keinen Sauerbraten zu Weihnachten geben – ich mag ihn nämlich nicht besonders. Das weiß ich übrigens erst seit einer Woche, denn zuvor hatte ich Sauerbraten noch nie gegessen oder gar zubereitet. Meine Oma mochte (und kochte) keinen Sauerbraten, meine Ma und Schwiegerma nicht – und ich auch nicht, wie ich jetzt weiß. Ja, das Fleisch ist (durch das „Essigbad“ vermutlich) so zart, dass man es mit der Gabel zerteilen kann, die süß-säuerliche Sauce eine Offenbarung – aber beim Fleisch selbst kann ich auf die Sauernote durchaus verzichten und bevorzuge „normalen“ Rinderbraten.

Davon abgesehen: Wer diesen deutsche Küchenklassiker mag, der wird dieses Rezept vermutlich lieben! Meine Freundin fand ihn großartig, meine Schwägerin auch und beide versicherten mir glaubhaft, dass ich nix „falsch“ gekocht hätte. Gut – ist also einfach nicht mein Geschmack, aber hoffentlich eurer! Das Fleisch ist jedenfalls wunderbar weich und die Sauce so lecker, dass ich einen Knödel nach dem anderen durch die Sauce gezogen habe. Das Rezept habe ich mir aus mehreren im Netz zusammen gebastelt und dabei mit Pumpernickel und Rübenkraut das „rheinisch“ zu „westfälisch“ abgewandelt.

ZUtaten für westfälischen Sauerbraten aus dem Slowcooker

Sauerbraten selbst einlegen – muss das sein?

Diese grauen Fleischbrocken im Sud, die beim Metzger in der Theke lagen, haben mich immer abgeschreckt. Dagegen sah der selbst eingelegte Braten in Rotwein und Balsamico auch roh gut aus und ihr könnt exakt bestimmen, welchen „Säuregrad“ ihr möchtet und welche Gewürze ihr bevorzugt. Ich würde also immer selbst einlegen – Arbeit macht das nämlich nicht wirklich.

Über die Dauer des Marinierens bestimmt ihr die Säure-Intensität des Sauerbratens. Es gibt Rezepte, da werden zwei Tage verlangt, andere sprechen von einer Woche. Bei mir waren es drei Tage – aber entscheidet einfach selber, was euch passend erscheint! 

Rezept für selbst eingelegten Sauerbraten aus dem Slowcooker

Rezept für selbst eingelegten Sauerbraten aus dem Slowcooker

Westfälischer Sauerbraten (Slowcooker-Rezept)

Ergibt: 4 - 6 Portionen

Der deutsche Klassiker gelingt im Slowcooker (3,5l-Topf) bestens: Das Rindfleisch ist butterzart, die Sauce mit Pumpernickel, Rübenkraut und Rosinen wunderbar aromatisch.

Zutaten

Für den Einlegesud:

  • 750 ml Rotwein
  • 200 ml rote Aceto Balsamico
  • 1 rote Zwiebel, gehackt
  • 1 Knoblauchzehe
  • Gewürzsäckchen mit 1 TL Wacholderbeeren, 4 Nelken, 10 Pfefferkörnern

Für den Braten:

  • 1,2 - 1,4 kg (Bug, Semerrolle, Tafelspitz)
  • Salz, Pfeffer
  • 2 EL Öl
  • 2 Möhren, fein gehackt
  • 2 Zwiebeln, fein gehackt
  • 150 g Sellerie, fein gehackt
  • 50 g Tomatenmark
  • 400 ml Rinderfond (oder Wasser)

Für die Sauce:

  • 50 g Rosinen
  • 2 Scheiben Pumpernickel
  • 2 - 3 EL Rübenkraut
  • ev. angerührtes Mehl zum Andicken

Zubereitung

BITTE BEACHTEN: Zubereitung beginnt 2 - 6 Tage zuvor.

In einem Topf Rotwein, Essig, Gewürze und Zwiebeln aufkochen lassen. Alles wieder abkühlen lassen. Marinade in eine verschließbare (Plastik-)Schüssel geben, Braten einlegen und in den Kühlschrank stellen - je nach gewünschter Säure für 2 bis 6 Tage. Täglich wenden.

Am Zubereitungstag Braten aus der Marinade nehmen, gut abtupfen, salzen und pfeffern. Marinade durch ein Sieb gießen und aufbewahren.

Das Öl in einem Bräter hoch erhitzen und das Fleisch kurz rundum anbraten, in den Einsatz des Slowcookers legen, Deckel aufsetzen und auf LOW stellen.

Im Bräter auch Möhren, Zwiebel und Sellerie gut anrösten. Tomatemark kurz mitbraten, dann mit Sud ablöschen - je nach gewünschter Säure zwischen 100 und 400 ml verwenden. Gemüse-Sudmischung auf den Braten gießen, ebenso den Rinderfond. Auf Stufe LOW etwa sechs bis sieben Stunden garen, bis das Fleisch weich ist. Zwischenzeitlich die Rosinen in heissem Wasser einweichen.

Zur Fertigstellung den Braten aus der Sauce nehmen, in Scheiben schneiden und warm stellen, zum Beispiel auf einer Platte bei 80 Grad im Backofen (mit Alufolie abgedeckt).

Eventuelles Fett mit einer Saucenkelle oben von der Sauce nehmen. Den Pumpernickel hineinbröseln, das Rübenkraut einrühren. Mit einem Pürierstab die Sauce ganz glatt quirlen und mit Salz und Pfeffer abschmecken, die abgetropften Rosinen einrühren. Optional mit Mehl andicken.

Braten mit etwas Sauce überziehen und servieren.

Notizen

Klassische Beilagen zum Sauerbraten sind Kartoffelköße und Rotkohl, letzteres natürlich auch aus dem Slowcooker!

Rezept für selbst eingelegten Sauerbraten aus dem Slowcooker

 

 

 

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3 Kommentare

  • Antworten
    Heike
    29. Dezember 2020 at 22:01

    Liebe Gabi, das ist der leckerste selbstgemachte Sauerbraten, den wir je gegessen haben! Er war fünf Tage eingelegt, wir haben auf Rosinen und Rübenkraut in der Soße verzichtet und als Beilagen Fritten aus der Heißluftfriteuse und Mayo dazu gegessen. Köstlich! Besser geht es nur im Sauerbratenpalast in Aachen. Vielen Dank für‘s Rezept und guten Rutsch in ein neues Jahr voll Gesundheit und Glück 🍀!

    • Antworten
      Gabi Frankemölle
      30. Dezember 2020 at 8:55

      Was für eine tolle Rückmeldung, Heike! Freut mich dass es euch geschmeckt hat – und dass jemand dieses Braten nachkocht. Ich werde es wohl nicht wieder tun und wenn, dann nur wegen der Sauce 😉

  • Antworten
    Aus dem Slowcooker: Sauerbraten | Langsam kocht besser
    13. Januar 2021 at 18:27

    […] UPDATE: Nach x Jahren Sauerbratenabneigung aus der Ferne habe ich es nochmal versucht mit dem Sauerbraten. Und ihn selbst eingelegt und dann im Crockpot zubereitet. Ob ich ihn jetzt mochte? Das Ergebnis findet ihr in diesem Sauerbraten-Artikel! […]

  • Antworten