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Gerätevorstellung: 3,5 l Slowcooker vom Wunderkessel

Neuer Slowcooker vom Wunderkessel

Neue Slowcooker-Modelle vom Wunderkessel

Ein neues Gesicht auf dem deutschen Slowcooker-Markt: Der „Wunderkessel“ hat zwei digitale Töpfe (3,5 und 6,5 l) heraus gebracht. Ich habe sie getestet. 

In einer Facebook-Gruppe präsentierte jüngst jemand seine neuen Slowcooker, schwarz-weiße „Wunderkessel“-Zwillinge. Sehr hübsche Geräte mit futuristischem „Bullauge“! Die haben mich natürlich neugierig gemacht und so fragte ich den Händler nach einem Testgerät, um Funktionen und Qualität unter die Lupe zu nehmen. Hier lest ihr meinen Bericht nach vier Wochen Probekochen!

Wunderkessel? Ist das eine neue Marke? 

Eigentlich eine ganz alte! „Wunderkessel“ ist nämlich der Name eines Forums Thermomix-Begeisterter. Die UserInnen entdeckten irgendwann auch den Slowcooker und teilten Rezepte für den Schongarer. Die aktuellen Inhaber der Webseite haben nun einen weiteren Schritt getan und vertreiben seit kurzem Geräte (*) mit 3,5 l (49,90 EUR) und 6,5 l (69,90 EUR) Fassungsvermögen, jeweils in weiß und schwarz. Gerade den weißen – mit dem weißen Innentopf – fand ich sehr chic und habe gleich mal eine ordentliche Portion rote Sauce drin gekocht. Nach einem Spülgang in der Maschine (ja, der Einsatz darf da rein) war davon nix mehr zu sehen – ihr müsst also keine Sorge haben, dass sich das Weiß verfärbt. Ich hatte sie nämlich erst…

Neuer Slowcooker vom Wunderkessel

Hergestellt werden die Wunderkessel-Slowcooker in China – wie eigentlich alle Geräte dieser Art, auch von anderen Marken.  Der Vertrieb und der Kundenservice laufen über eine eigene deutsche Webseite slowcooking.de (*) – und das halte ich für ausgesprochen positiv. Keine Umwege über A…on oder nicht-des-Deutschen-mächtigen Zwischenhändler…. Als also mein erster „Wunderkessel“ non-stop knackte (das Relais im Topf schaltete hörbar alle 30 Sekunden) hatte ich nach der Mail an den Kundendienst Stunden später einen Rücksendeschein und drei Tage später ein Austauschgerät. Bei dem hört man nun kein Knacken mehr, es funktioniert bestens und der „Neues-Gerät-Geruch“ verschwand nach einmaligem Erhitzen.

Welche Funktionen bietet der Wunderkessel-Schongarer?

Das Wunderkessel-Gerät wird digital gesteuert und zwar ganz einfach: ON/OFF drücken, über COOKING TIME mit den Pfeiltasten in Halbstunden-Intervallen die Zeit vorgeben und anschließend die Heizstufe LOW oder HIGH wählen. Genau – bei den meisten Digitalgeräten kommt Heizstufe vor Zeit. Hier muss man sich einfach an die umgekehrte Reihenfolge gewöhnen. In jedem Fall stellt sich der Topf nach Ablauf der Garzeit selbsttätig auf bis zu fünf Stunden KEEP WARM um – sehr sinnvoll.

Neuer Slowcooker vom Wunderkessel

Die DELAY TIME-Funktion (zeitverzögerter Garbeginn) ist eine Funktion, die sich viele Benutzerinnen wünschen. Ich sehe die allerdings kritisch: Ich finde es aus Gründen der Lebensmittelhygiene bedenklich, Zutaten (wohlmöglich auch noch angebratenes Fleisch) halb- oder ganz roh ungekühlt im Slowcooker-Einsatz auf den Garbeginn warten zu lassen (siehe Slowcooking: Ist das sicher?). Wenn man dann noch eine Maximalzeit von 18 Stunden für Warte- und Garzeit einstellen kann, gruselt es mich. Zum Beispiel 12 Stunden warten und dann sechs Stunden garen? Nein, danke – ich werde DELAY sicherlich nie für Fleisch und bei Gemüse nur bedingt nutzen.

Die Gretchenfrage: Heißblüter oder Schnarchnase? 

Mein Bauerntopf mit Hack brauchte auf LOW eine Stunde länger als mein flotter Crock-Pot, beim Grünkohl musste ich eine Stunde HIGH drauf geben. Das Kalbfleisch für Vitello Tonnato zog wunderbar in Gemüsebrühe über Nacht auf LOW – ohne jegliches Brodeln. Also würde ich sagen: Der Wunderkessel-Topf ist eher Typ Schnarchnase! Und ich finde das gut: Endlich mal wieder ein Topf, der (ähnlich wie die meisten Modelle von Morphy Richards oder Russell Hobbs) nicht nach vier Stunden LOW am Rand schon köchelt. Das führt allerdings bei manchen Crock-Pot- oder Syntrox-Köchinnen dazu, dass sie das als „falsch“ empfinden, weil sie sonst nur flottere Slowcooker kennen. Nein – das ist nicht falsch, nur anders! 

Vitello Tonnato aus dem Slowcooker

Wenn dann noch Töpfe zum Händler zurück geschickt werden, weil sie nach 4 Stunden LOW mit einer Menge X an Wasser „nur 77 Grad erreicht haben“, kann ich bloß den Kopf schütteln. 1) haben solche Temperaturmessungen viel zu viele Variablen, als dass sie irgendetwas aussagen würden – siehe hier.   2) testet man besser, indem man nicht misst, sondern einfach mal was unter „Realbedingungen“ bis zu Ende kocht.  Erst wenn nach acht Stunden immer noch keine 75 Grad im Topf erreicht werden, ist es kritisch.  3) tut mir der Händler leid, der sich damit befassen muss 😉

Mein Fazit zum Wunderkessel-Slowcooker 3,5l 

Nach vier Wochen Ausprobieren finde ich: Ein Superbillig-Schnäppchen ist der Wunderkessel-Topf nicht, aber seinen Preis wert. Für mich entscheidend sind das gute (weil slowcooker-typische) Kochverhalten und der freundliche, flotte Service.

plus Einfache Bedienung 

plus Heizt schonend

plus Guter Kundenservice

plus Einsatz darf in die Spülmaschine

minus Keine mitgelieferten Rezepte

minus Preisliche Mittelklasse

 

 
Disclaimer: Der Slowcooker wurde mir von der Firma Wunderkessel unentgeltlich zum Testen zur Verfügung gestellt. Damit war kein weiteres Honorar oder eine Verpflichtung verbunden – etwa darüber zu berichten oder ihn gut finden zu müssen 😉 *Affiliate-Link zur slowcooking.de-Seite. Wenn Ihr darüber etwas bestellt, erhalte ich eine kleine Provision. Der Artikel verteuert sich dadurch nicht.

Gerätetest Wunderkessel Slowcooker

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4 Kommentare

  • Antworten
    Claudia Schmitz
    14. Dezember 2020 at 7:55

    Liebe Gabi,
    die Töpfe sind wirklich rech schick. Insbesondere der weiße Innentopf lässt sich leichter auf den Tisch stellen als die „gräulichen Kollegen“ anderer Hersteller. Allerdings sind laut Homepage die von dir angegebenen Preise „Sonderpreise“ und die Pötte werden bald jeweils 10 € mehr kosten. Dann schon deutlich keine Schnäppchen mehr. Mir scheint darüber hinaus die Beschriftung der Pötte ziemlich unlogisch: Der eindeutig deutsche Name „Wunderkessel“ steht drauf. Vermutlich richtet sich das Angebot an eine deutsche bzw. deutschsprachige Zielgruppe. Und dennoch sind die Bedienknöpfe englisch beschriftet… Bleibt als einziger für mich wahrnehmbarer Vorteil gegenüber anderen Herstellern der weiße Innentopf. Ob der den hohen Preis wert ist, wird der Markt zeigen…

    Danke trotzdem für die Vorstellung, liebe Grüße und die besten Wünsche für ein „normaleres“ Neues Jahr! 😉

    • Antworten
      Gabi Frankemölle
      14. Dezember 2020 at 8:12

      Danke für deine Rückmeldung, Claudia! Ich denke, die Beschriftung ist halt das „Branding“ – das kann man sicherlich schneller umsetzen als die Bedienknöpfe nur für eine begrenzte Stückzahl auszutauschen…

  • Antworten
    Karin
    15. Dezember 2020 at 11:39

    Liebe Gabi,
    ich hatte einen weißen 2,4 l -Topf von Crockpot, der Innentopf hatte nach einiger Zeit innen metallischen Abrieb von meinen Edelstahllöffeln, sah nicht sehr hübsch aus. Man bekommt das weg mit einem Entferner für Badezimmerkeramik, sieht ähnlich einem Radiergummi aus, ist aber recht mühselig. Daher nehme ich für solche empflindlichen hellen Töpfe (ich habe auch noch welche von arcuisine für die Mikrowelle) nur noch silikonbeschichtete Schöpfer und Löffel (z.B. von Kochblume oder Rösle).
    Ich würde mich freuen, wenn die Digitalsteuerung länger als ein Jahr hält, da sie hitzeempflindlich ist und höchstwahrscheinlich nicht besonders isoliert ist, das ist nämlich recht teuer. Hier wäre mal ein Langzeittest angebracht.
    Liebe Grüße Karin

    • Antworten
      Gabi Frankemölle
      15. Dezember 2020 at 15:44

      Ja, Langzeittest – sprich weiter benutzen – ist geplant 😉

    Antworten