Spitzkohl-Stampf ist ein rustikales Wintergericht, das in unserem Nachbarland Holland gern gekocht wird. Es gelingt im Slowcooker ganz ohne Aufsicht. Dazu schmecken Frikadellen, Würste oder auch Fischstäbchen.
“Wintergerichte ohne Stress” ist das November-Motto unserer Bloggerrunde #leckeresfuerjedentag. Wenn ich “ohne Stress” höre, dann fällt mir als allererstes der Slowcooker ein. Denn geht es stressfreier, als morgens/mittags alle Zutaten vorzubereiten, in einen Topf zu packen und mittags/abends zu einem schonend gegarten Essen zurück zu kommen? Und das ist nur einer der Vorteile – weniger Stromverbrauch und mehr Aroma sind zwei andere!
Die Zubereitung vom Spitzkohl-Stampf im Slowcooker ist wirklich supersimpel: Kartoffeln, Kohl und Lauch mit Gemüsebrühe in den Einsatz geben, drei Stunden vergessen bzw. sechs, wenn man die Garstufe LOW wählt. Anschließend wird das Gemüse mit etwas Senf und Frischkäse grob zerstampft. Nach dem Abschmecken mit Salz und Pfeffer ist der herzhafte Eintopf schon servierfähig. Ich gebe knusprige Speckwürfel obenauf, mein Mann wünschte sich noch gebratenen Leberkäse dazu.
Niederländisches Nationalgericht: Stamppot
Was wir als Stampf bezeichnen, heisst in den benachbarten Niederlanden “Stamppot” und ist quasi ein Nationalgericht. Der Name lässt sich grob als „Stampftopf” übersetzen. Kern des herzhaften Wintergerichtes sind immer gekochte Kartoffeln, die zusammen mit einem Gemüse zerdrückt werden, sodass ein rustikaler, nicht zu feiner Brei entsteht. Dazu gibt es klassischerweise geräucherte Wurst (Rookworst), Speckstreifen, Fleischbällchen, Fisch in Stücken und oft eine Mulde mit Bratensauce oder zerlassener Butter. Die Ursprünge liegen in der einfachen Bauernküche: Kartoffeln und Wintergemüse waren günstig, lange lagerfähig und sättigend, weshalb das Gericht vor allem in der kalten Jahreszeit auf den Tisch kam.
Stamppot-Varianten richten sich nach dem Gemüse, das mit den Kartoffeln zerstampft wird. Am bekanntesten sind Boerenkool-Stamppot mit Grünkohl, Zuurkool-Stamppot mit Sauerkraut und Hutspot mit Karotten und Zwiebeln. Hinzu kommt Andijviestamppot mit Endiviensalat, der oft roh untergehoben wird und dadurch leicht knackig bleibt. Modernere Abwandlungen ergänzen Süßkartoffeln (siehe Foto oben, mein Süßkartoffel-Stamppot mit Kibbeling), Rote Bete oder vegetarische Einlagen. Die Supermarktkette Jumbo listet auf ihrer Webseite fast 200 Stamppot-Rezepte!
Spitzkohl-Stampf (Slowcooker)
Spitzkohl-Stampf ist ein rustikales Wintergericht, das in unserem Nachbarland Holland gern gekocht wird. Es gelingt im Slowcooker ganz ohne Aufsicht. Dazu schmecken Frikadellen, Würste oder auch Fischstäbchen. Das Rezept ist für einen 3,5-l-Slowcooker berechnet.
Zutaten
- 800 g Kartoffeln (vorwiegend festkochend), geschält und in 2x1cm Stücke geschnitten
- 1 kl. Stange Lauch, in Ringen
- 400 g Spitzkohl, in Streifen geschnitten
- 500 ml Gemüsebrühe (auch aus Instant)
- 75 g Frischkäse
- 1 TL körniger Senf
- Salz, Pfeffer
- 100 g Speck, geräuchert, in Würfeln
Zubereitung
Kartoffeln, Lauch und Spitzkohl in den Einsatz des Slowcookers geben, die Gemüsebrühe angießen. Auf Stufe HIGH etwa 3 Stunden garen, auf LOW sind es 6.
In der Zwischenzeit die Speckwürfelchen in einer Pfanne braun braten, beiseite stellen.
Einen Teil der Brühe entnehmen. Frischkäse und Senf dazu geben und alles grob zerstampfen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, je nach gewünschter Konsistenz entnommene Brühe wieder zugeben.
Mit Speck bestreut servieren.
Notizen
Wer für Vegetarier kocht, lässt die Speckwürfel als Garnitur weg. Wenn es vegan sein soll, verwendet entsprechenden Frischkäse.
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