Schmorgerichte und Eintöpfe spenden im Winter wohlige Wärme: Hier findet ihr die besten Slowcooker-Rezepte für die kalte Jahreszeit.
Bei vielen Slowcooker-Fans macht der Crocky im Sommer Pause, nur um im Herbst und Winter umso häufiger hervorgeholt zu werden. Kann ich verstehen: Es gibt zwar auch tolle Sommer-Gerichte für den Slowcooker, aber irgendwie assoziieren die meisten das Schongaren mehr mit Schmoren, dunklen Saucen, Eintöpfen. Das wirkt so wohlig-wärmend, oder?
Daher stelle ich in diesem Artikel mal meine Favoriten aus der Reihe der Herbst- und Wintergerichte für den Slowcooker vor. Keine einfache Aufgabe, denn mittlerweile kann ich aus einem Fundus von über 300 Slowcooker-Rezepten (die komplette Liste steht hier) wählen. Falls euer Lieblingsgericht nicht dabei ist, schreibt mir gerne – dann trage ich es noch nach!
Was ist eigentlich “Winterküche”?
Winterküche folgt hierzulande einer einfachen Logik: Was im Winter wächst und sich lagern lässt, wird deftig, wärmend und sättigend zubereitet. Im Winter gibt es kaum frisches Freilandgemüse, dafür haltbare Sorten wie Kohl (Grünkohl, Rosenkohl, Weiß-, Rot- und Wirsingkohl), Wurzelgemüse (Kartoffeln, Rüben, Möhren, Pastinaken, Sellerie, Schwarzwurzeln), Zwiebeln und Kürbis. Dazu kommen eingelagerte Äpfel und Birnen und Konserviertes wie Sauerkraut, Gepökeltes, Geräuchertes, Wurst, Eingemachtes.
Diese Zutaten bildeten traditionell die Grundlagen für die kalte Jahreszeit und wurden bevorzugt geschmort, gekocht, gebacken, oft lange und bei niedriger Temperatur. Denn lange Garzeiten machen auch nicht so hochwertiges Fleisch mürbe, geben den Gerichten Tiefe und der Herd wärmt gleich noch die Küche, manchmal auch die Stube – ein wichtiger Faktor, als es noch keine Zentralheizungen gab.
Typische deutsche Gerichte für den Winter
- Grünkohl mit Pinkel, Kassler oder Mettwurst (vor allem im Norden, traditionell nach dem ersten Frost)
- Rotkohl mit Rouladen, Gans oder Sauerbraten und Klößen
- Eintöpfe wie Linsensuppe, Erbsensuppe, Steckrübeneintopf, Kohleintopf, Gulaschsuppe
- Zu Festtagen Gans, Ente oder Karpfen, Wild wie Hirsch- und Rehgerichte, Wildschwein
- Sauerkraut mit Eisbein, Kassler oder Schweinebraten
- Kartoffelgerichte wie Kartoffelsuppe, Reibekuchen, Döppekuchen
Warum sind diese Gerichte im Winter so beliebt und verbreitet?
- Verfügbarkeit: Vor Kühlschränken und Globalisierung kam auf den Tisch, was lokal und lagerfähig war. Kohl, Rüben und Kartoffeln überstehen den Winter, Salat und Tomaten nicht.
- Energiebedarf: Wer früher im Kalten körperlich arbeitete, brauchte kalorienreiche Kost. Fett, Fleisch, Kartoffeln und Hülsenfrüchte liefern viel Energie.
- Wärmegefühl: Warme, dampfende Speisen, Suppen und Gewürze wie Zimt, Nelken, Piment oder Muskat fühlen sich bei Kälte gut an, und die lange Garzeit heizt nebenbei den Raum.
- Schlachtzeit: Im Spätherbst und Winter wurde traditionell geschlachtet, weil es kalt genug war, um Fleisch haltbar zu machen. Daher die Wurst-, Pökel- und Schmalzgerichte.
- Feste und Bräuche: Martinsgans, Weihnachtsgans, Stollen und Plätzchen machen den Winter auch kulinarisch zu einer besonderen Zeit mit Familienritualen.
- Psychologie: Bei wenig Tageslicht greifen viele gern zu Gemütlichem, Süßem und Vertrautem. „Comfort Food“ hat hier eine lange Tradition.
Die besten Gerichte für Herbst und Winter aus dem Slowcooker
Blanquette de Veau ist ein feines, helles Kalbsfrikassee. Wie der Name schon verrät, stammt es aus der französischen Küche. Es enthält Möhren und Pilze und die köstliche Sauce wird mit Kräutern gewürzt.
Lieber als das fermentierte Sauerkraut mag ich Schmorkohl oder Bayrisch Kraut. Diese deftige Beilage, nach Wunsch mit oder ohne Speck, gelingt im Slowcooker sehr gut. Allerdings lässt sie die ganze Wohnung nach Kohl “duften” – ich stelle den Topf daher zur Zubereitung in die Garage.
Eigentlich mag ich kein Wild – Wildschwein dagegen schmeckt mir besser als Hausschwein. Absolutes Festbraten-Potential hat Wildschweinkeule aus dem Slowcooker, mit einer fantastischen Sauce mit Pilzen, Rotwein, Zwiebeln und Möhren.
Tafelspitz oder gekochtes Rindfleisch bescheren einem nicht nur einen butterzarten Fleischgenuss (ob nun mit Meerettich- oder Zwiebelsauce), sondern gleichzeitig auch herrliche Rinderbrühe. Die könnt ihr als ersten Gang servieren oder für den Vorrat einfrieren.
Grünkohl mit Kassler und Mettwurst – mehr Winter geht nicht. Denn am besten (und mildesten) schmeckt Grünkohl, nachdem er auf dem Feld den ersten Frost erlebt hat. Das trifft bei den heutigen Sorten nicht mehr unbedingt zu, aber die Traditional von Grünkohl als Wintergericht hat sich gehalten.
Boeuf Bourguignon ist ein französischer Klassiker, Rindfleisch mit Zwiebeln, Möhren und Pilzen geschmort in würziger Rotweinsauce. Die Zubereitung gelingt ideal im Slowcooker.
Entenbrust mit Glühwein-Rotkohl: Für ein feines Winteressen empfehle ich euch diese wunderbare Kombination aus zartem Fleisch und würzigem Rotkohl. Letzteren kocht ihr vorab schon im Slowcooker fertig. Ich habe davon im Winter immer einige Portionen eingefroren!
Prager Schinken: Dieser aromatische Pökelbraten gelingt im Slowcooker wunderbar zart und saftig. Unter dem Backofengrill bekommt die Kruste am Ende eine schöne Bräune, daher solltet ihr diesen Schritt nicht auslassen.
Für den Rosenkohltopf Spruitjes en Balletjes braucht ihr nur fünf Zutaten (!) plus Gewürze. Und nach einigen Stunden Wartezeit steht ein wunderbar würziger Eintopf auf dem Tisch, der (hoffentlich) auch Rosenkohl-Hasser überzeugt.
Malzbiergulasch ist eines der ältesten Rezept auf dem Blog und immer noch lege ich es jedem Slowcooker-Koch ans Herz: Zartes Fleisch, eine köstlich-würzige Sauce, ganz wenig Aufwand.
Sauerbraten muss man mögen. Ich tu’s nicht, aber der Rest der Familie und viele Freunde. Daher habe ich den Braten auch schon eingelegt und zubereitet – natürlich im Slowcooker.









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