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2 In Slowcooker allgemein

Ausprobiert: Slowcooking ohne Strom im „Wonderbag“

Kochen mit dem Wonderbag

Kochen mit dem Wonderbag - Milchreis

Entspannt kochen, ohne in der Küche zu stehen. Geschmack und Aroma im Topf halten. Zeit gewinnen. Geld sparen. Kommt euch bekannt vor? Nee, es geht hier nicht um den Slowcooker, sondern um den Wonderbag.  Das ist gleichzeitig ein cleverer Küchenhelfer und ein Hilfsprojekt: Wonderbags werden in Südafrika von der Wonderbag Foundation hergestellt, die damit Arbeitsplätze schafft und zusätzlich Wonderbags an bedürftige Familien verschenkt. Der Vertrieb in Deutschland läuft über Elisabeth Rickert-Carola von Kochen mit Wonderbag, die mir einen Wunderbeutel zum Testen zur Verfügung gestellt hat. Regulär kostet das Teil zwischen 39 und 79 Euro (je nach Größe) und es gibt sie in vielen verschiedenen hübschen Bezügen.

Wie funktioniert der Wonderbag?

Das Prinzip ist alles andere als neu. Unsere Omas kannten es z.B. als Kochkiste oder kochten eine Speise auf dem Herd an und packten den verschlossenen, schweren  Topf anschließend unter ein Federbett. Dort garte die Restwärme das Gericht zu Ende. Genauso arbeitet der Wonderbag, der eigentlich nur eine kugelig-knuffige Stoffhülle mit dicker Schaumstoffpartikel-Isolierung ist. Man stellt das angekochte Gargut im verschlossenen Topf hinein (am besten auf ein Holzbrett und in einem Kopfkissenbezug, damit der Wonderbag nicht versehentlich verschmutzt wird), legt das „Deckelkissen“ auf, zieht den Verschluss zusammen und wartet die Ziehzeit ab.

Garzeiten im Wonderbag

Langsamgaren ohne Strom also – und genau wie beim Slowcooker funktioniert das am besten für Schmorgerichte, Suppen und Eintöpfe und bei passend gewählter Wonderbag- und Topfgröße. Und genau wie beim Slowcooker muss man den Garprozess nicht beaufsichtigen, erhält tolle, aromatische Saucen und kann das Gerät / die Hülle gut mitnehmen. So steht es zumindest in der ausführlichen Anleitung. Aber stimmt das auch?

Testkochen im Wonderbag – von süß bis salzig

Test 1: Milchreis. Ich habe das Rezept aus dem beiliegenden Heftchen verwendet, nach dem der Reis erst fünf Minuten in Wasser vorgegart wird, dann kommen Milch, Zucker und Eigelb dazu. Ergebnis beim gespannten Topföffnen nach zwei Stunden: Wässrig-dünner al dente Milchreis mit geronnenem Eigelb. Beim zweiten Versuch habe ich dann mein eigenes Milchreis-Rezept genommen (200 g Rundkorn-Reis auf einen Liter Milch), insgesamt zehn Minuten angekocht und voila – diesmal hat’s bestens geklappt. Schön „schlotziger“ Milchreis, richtig heiß noch und gar!

Schmortopf im Wonderbag Gulasch aus dem Wonderbag
Vier Stunden ruhte der Schmortopf im Wonderbag – anschließend war das Gulasch zart und lecker!

Test 2 & 3: Wo ich mir gut vorstellen konnte, dass die „Resthitze“ für Milchreis gut ausreicht, hatte ich bei Rindergulasch so meine Zweifel. 20 Minuten „angaren“ plus vier Stunden im Wonderbag sollten laut Rezeptbuch passen. Zu meinem Erstaunen taten sie das tatsächlich – das Gulasch war schön zart, wenn auch nicht ganz so zart wie aus dem Slowcooker (da bin ich aber wohl voreingenommen). Auch der vegetarische Gemüseintopf mit Käseklösschen klappte (und schmeckte) gut.

Test 4: Joghurt. Mit dem stehe ich im Slowcooker auf Kriegsfuß (siehe hier). Auch im Wonderbag habe ich beim ersten Mal (trotz peinlich genauer Temperaturkontrolle, wie im Rezeptheft angegeben) Milchsuppe produziert. Beim zweiten mal habe ich einen anderen Starter verwendet (türkischer Joghurt), die Wärmflasche drunter statt drüber gepackt und diesmal klappt es prima.

Joghurt aus dem Wonderbag
Fruchtjoghurt aus dem Wonderbag – gleich in Gläsern gegart und mit einem Löffel Frucht unten drin!

Mein Fazit: Was taugt der Wonderbag?

Ich finde, der Wonderbag ist ein interessante Alternative/Ergänzung zum Slowcooker. Kochmethode und dafür gut geeignete Speisen sind fast identisch. Die Energiebilanz des Wonderbags ist unschlagbar, sein Design auch – der Preis aber eher heftig. Wenn man sich jedoch vor Augen führt, dass man mit dem Kauf 1) ein Hilfsprojekt in Südafrika unterstützt und 2) einen zweiten Wonderbag einer afrikanischen Familie zur Verfügung stellt, ist es okay – ich betrachte die Mehrkosten als Spende.

Kochen mit Wonderbag hat mir den „Wunderbeutel“ kostenlos zum Ausprobieren zur Verfügung gestellt. Damit war keine Verpflichtung verbunden, darüber zu berichten oder ihn gut finden zu müssen. Dieser Artikel spiegelt daher meine unbeeinflusste Meinung wieder.

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2 Kommentare

  • Antworten
    Irmgard
    29. April 2018 um 13:38

    Mutters Kochkiste in hübscher.
    Interessantes Teil, wo es im Ablauf passt!
    Denn abends das Essen vorbereiten, dann die Küche sauber haben und morgens, ohne Essensdunst in die Kleider zu bekommen, alles kalt in den slowcooker einsetzen, das ist im wonderbag nicht möglich.
    Um den Milchreis und den Grießbrei (Rezepte auf der website) mache ich vorsichtshalber ebenso einen Bogen, wie ich einen um Tiramisu mit Ei mache.

  • Antworten
    Gabi
    1. Mai 2018 um 19:41

    Ja, genau wie beim Slowcooker muss man planen – aber ich plane auch lieber ohne Ei 😉

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