Eiserkuchen sind zarte, knusprige Waffeln, für deren Herstellung man unbedingt ein spezielles Hörnchen-Waffeleisen benötigt. Die Herstellung dieses traditionellen Gebäcks erfordert etwas Geduld und Fingerfertigkeit.
Für diese feinen Knusperwaffeln gibt es ganz viele Bezeichnungen: Krüllkuchen, Rullerkes, Eiserkuchen, Neujährchen, Waffelhörnchen, Iserkoken. In unserer Familie (also der meines Mannes, meine Seite kommt aus Schlesien, da gibt es andere Traditionen) heißen sie auf plattdeutsch Nieuwjährkes, obwohl sie immer schon Weihnachten beim Familientreffen verzehrt werden. Dann kehrt für 15 Minuten absolute Ruhe ein, die nur durch das Zischen des Sahnespenders und das Knuspern der Waffeln unterbrochen wird. Nach besagter Viertelstunde sind dann die etwa 100 Stück vernichtet (wir sind knapp 20 Leute) und das Gequatsche geht weiter…
Was ist das Besondere an den Eiserkuchen?
Der Teig ist dünn wie ein Crepeteig, und quasi durchsichtig dünn sind auch die fertige Waffeln. Sie werden in einem speziellen Eiserkuchen-Waffeleisen ausgebacken, ein normales Waffeleisen funktioniert nicht. Weil pro Waffel gerade mal eine halbe Saucenkelle Teig benötigt wird, dauert das Backen eeewig – wir bilden meist ein 2er oder 3er Team, damit man überhaupt mal fertig wird. Person 1 backt die Waffeln, Person 2 dreht die superheißen Scheiben über einem Holzzylinder in Hörnchenform, Person 3 packt die völlig ausgekühlten Waffeln vom Gitter in die Dosen.
Klingt simpel? Ist es aber nicht. Person 1 darf nicht zuviel Teig nehmen, dann läuft es aus und die dicken Ränder werden nicht knusprig. Bei zuwenig Teig haben die Hörnchen dagegen Löcher und verbrennen. Person 2 hat gefühlt 5 Sekunden Zeit, die brutal heißen Waffelscheiben zu Hörnchen zu formen. Geht es nicht schnell genug, lässt sich da gar nix mehr formen. Daher hat der/die Waffeldreher schon nach kurzer Zeit schmerzende Fingerkuppen – meine liebe Schwiegerma klebte sich die prophylaktisch immer mit Pflastern ab! Person 3 schließlich muss aufpassen, dass keine zu ungare oder warme Waffel in der Dose landet und dass letztere hermetisch verschlossen wird. Falls nicht, fallen die Waffeln unzeremoniell in sich zusammen. In unserer Familie kennt jeder den Fauxpas dazu, von dem Schwiegerma immer berichtete: In den “schlechten Jahren” hatte jemand vergessen, den Deckel auf die mit frischen Neujährchen gefüllte Milchkanne zu setzen. Am nächsten Morgen war nur noch der Boden bedeckt…
Wie isst man die Neujährchen?
Bei uns werden die leckeren Teilchen mit Vanillesahne gefüllt – nur im Notfall aus dem Sahnespender oder Sprühsahne. Jeder streicht sich selbst die gewünschte Menge Schlagsahne (mit Vanillezucker und Sahnesteif geschlagen) mit einem langen Löffel in die Öffnung – vorbereiten lässt sich das nicht, die zarten Hörnchen würden sofort zusammen fallen. Wer übrigens die Aniswürze nicht mag (in Westfalen gehört die dazu), kann auch Buttervanille- oder Mandelaroma oder ganz neumodisch geriebene Tonkabohne nehmen.
Eiserkuchen sind zarte, knusprige Waffeln, für deren Herstellung man unbedingt ein spezielles Hörnchen-Waffeleisen benötigt. Die Herstellung dieses traditionellen Gebäcks erfordert etwas Geduld und Fingerfertigkeit. In Westfalen werden diese Hörnchen mit Anis gewürzt und kommen Weihnachten oder zu Neujahr auf den Tisch. Das Wasser mit dem Zucker in einem Topf unter Rühren erhitzen, bis sich der Zucker gelöst hat. Von der Platte nehmen und die Butter darin schmelzen. Unter gelegentlichem Rühren erkalten lassen, bis die Flüssigkeit höchstens lauwarm ist. Mehl, Anis und Ei dazu geben und kräftig rühren. Teig idealerweise über Nacht ruhen lassen und am nächsten Tag mit weiterem Wasser verdünnen, so dass er die Konsistenz von dünnem Pfannkuchenteig (also Crepeteig) hat. Im Hörncheneisen in kleinen Portionen (etwa eine halbe Saucenkelle voll) mindestens goldbraun backen - zu helle Waffeln werden schnell wieder weich. Sofort nach dem Backen (innerhalb von Sekunden!) aufrollen - am besten geht das mit einem Holzzylinder oder einem Stück Besenstiel. Auf einem Rost völlig erkalten lassen. Erst dann in luftdicht schließende Dosen (wichtig!) verpacken - ansonsten werden die Eiserkuchen wieder weich. In anderen Landstrichen als Westfalen ist Anis verpönt, stattdessen kommen Vanillearoma oder Rum in den Teig.
Eiserkuchen oder "Nieuwjährkes"
Zutaten
Zubereitung
Notizen









2 Kommentare
Elsa
16. Januar 2026 at 13:48Hast du eine Ahnung, wo man diese Waffeleisen herbekommt?
Gabi Frankemölle
16. Januar 2026 at 13:50Eigentlich da, wo es auch “normale” Waffeleisen gibt. Meistens steht was von Eiserkuchen oder Hörnchen dabei.