0
2 In Geräte & Modelle

Gerätetest: Slowcooking mit Induktions-Kochplatte

Induktionsplatte als Slowcooker- Gerätetest

Induktionsplatte als Slowcooker- Gerätetest

Kann man mit einer Einzel-Induktionskochplatte langsamgaren? Sogar gradgenau? Und fritieren und braten? Ich habe das entsprechendes Rommelsbacher-Gerät getestet. ##Werbung wg. Markennennung, unbeauftragt, unbezahlt ##

“Mein Backofen kann das auch.” “Ich nehm einfach die Induktionskochplatte.” Diese Argumente gegen die Anschaffung eines Slowcookers habe ich schon öfter gehört – und irgendwie sind sie ja auch nicht falsch. Allerdings hätte ich Bedenken, den Induktionsherd stundenlang unbeaufsichtigt zu lassen (wenn trotz niedriger Stufe doch mal was überkocht!) und er verbraucht wie der Backofen eine Menge Strom.

Jetzt habe ich aber ein spezielles Induktionskochfeld getestet, das das Symbol “Slowcooking” trägt – und es auch verdient: Bei der Einzelkochplatte CTS 2000 von Rommelsbacher (technische Details siehe hier) kann man  gradgenaue Gartemperaturen einstellen. Und weil das Gerät einen Temperatursensor hat, der exakte Wärmedaten direkt am Topfboden ermittelt, hält es die eingestellte Garstufe auch – anders als viele Slowcooker, die irgendwann anfangen zu köcheln.

Mein Slowcooking-Test mit der Induktionskochplatte

Ich habe meine Lieblingssuppe – die persische Linsensuppe – angesetzt. Praktischerweise kann ich das Anbraten der Zwiebeln gleich als Erstes auf der Platte erledigen – Modus P (entspricht normalen Stufen beim Induktionsherd) einstellen und bei “7” einige Minuten das Gemüse in Öl anschwitzen. Anschließend wechsle ich auf die andere Seite des Bedienfeldes zu “Slow Cook” und wähle 85 Grad (entspricht HIGH, denke ich mir). Wiederum auf der rechten Seite wische ich dann über die Uhr und stelle den Timer auf 3 Stunden. Ohne weitere Bestätigung startet jetzt der Kochvorgang.

Suppe kochen im Slowcooker-Modus

Nach einer Stunde halte ich mal das Thermometer in die Suppe: Es zeigt 81 Grad, eine Stunde später sind es 83. Exakt genug, finde ich – es köchelt nix, ich muss nicht rühren und weil ich gute, schwere Töpfe besitze, verdampft auch nix. Wie sich der Slowcook-Modus bei schlecht isolierten, leichten Töpfen mit kippligem Deckel verhält, kann ich nur raten – aber ich denke, der Temperatursensor am Boden wird Schwankungen in gewissem Maße ausgleichen. Das Verdampfen durch einen schlecht sitzenden Deckel kann die Automatik natürlich nicht wett machen.

Jedenfalls war die persische Linsensuppe nach der “normalen” Slowcooker-Zeit gar – zum Warmhalten stelle ich wieder auf “P”und Stufe 2. Will ich das Süppchen nochmal kurz aufkochen lassen, drehe ich hoch auf “8” – das ist etwas, was ein Slowcooker nicht leisten kann! 

Was auch klappt: Frittieren und Braten

Genau wie im Slowcook-Modus lassen sich auch bei den anderen Kochverfahren, deren Symbole man auf der linken Seite des Bedienfeldes sieht, Temperaturen gradgenau einstellen – also bei Joghurt, Sous Vide, Boil, Fry und Roast. So wurde meine schwere Gusspfanne bei “Roast” und 220 Grad wirklich knallheiß. In einem zweiten Versuch habe ich sie auf 175 Grad gestellt, um darin Chicken Fried Steak zu frittieren – klappte auch!  Das macht eine separate Fritteuse echt überflüssig. 

Induktionsplatte als Fritteuse Suppe andicken

Mein Fazit zur Rommelsbacher Einzelkochplatte CTS 2000 

Wenn ich wenig Platz hätte, noch keinen Slowcooker besäße und nur gelegentlich langsamgaren wollte, ist diese Kochplatte eine Anschaffung unbedingt wert, finde ich. Sie lässt sich gut mitnehmen (zB. ins Wohnmobil oder in die Outdoorküche) und deckt eine ganze Bandbreite von Kochverfahren ab: Normal und langsam kochen, anbraten, frittieren, Sous Vide.

Indusktionsplatte in der Outdoorküche

PS. Da ich mein Spannungsmessgerät trotz stundenlanger Suche nicht finden konnte, kann ich leider nichts dazu sagen, wie viel mehr Strom das Gerät im Vergleich zu einem Slowcooker verbraucht – es wird sicherlich einiges mehr sein.

plus gut verarbeitet, kompakte Abmessungen

plus gradgenauer Slowcooker-Modus

plus sehr variabel einsetzbar

plus langes Kabel, gut zu transportieren

minus hoher Preis (etwa 100 – 140 Euro)*

minus Bedienung muss (kurz) erlernt werden

minus ständiges Lüftergeräusch

minus Stromverbrauch höher als bei Slowcooker

Disclaimer: Das Gerät wurde mir von der Firma Rommelsbacher unentgeltlich zum Testen zur Verfügung gestellt. Damit war kein weiteres Honorar oder redaktionelle Einflußnahme verbunden. *Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr darüber etwas bestellt, erhalte ich eine kleine Provision. Der Artikel verteuert sich dadurch nicht. 

Vielleicht interessiert Sie auch:

2 Kommentare

  • Antworten
    Karin
    23. April 2022 at 11:31

    Diese Kochplatte habe ich mir vor kurzem auch angeschafft, weil ich mit dem Crockpot Slowcooker CSC038X (Klappdeckel mit ceramic-beschichtetem Metalleinsatz) mehr als unzufrieden bin – wird zu heiß, die Beschichtung löst sich- und ich mir daher keinen neuen teuren Crockpot mehr kaufen möchte.
    Mit dieser Induktionsplatte und einem guten Topf mit dicht schließendem Deckel (bei mir ein älteres Springmodell) klappt das hervorragend!
    Allerdings gibt es einen Wermutstropfen: Im Langzeitbetrieb braucht eine Induktionsplatte sogar mehr Strom als ein Ceran-Kochfeld!
    So bin froh, dass ich noch ein Andrew James Modell -welches es nicht mehr gibt- und meinen großen Kemar Slowcooker habe, den es leider auch nicht mehr gibt.
    Aber insgesamt finde ich diese neue Induktionsplatte klasse, alle Funktionen klappen und endlich kann man temperaturgesteuert arbeiten – die Sous Vide Köche sind auch ganz begeistert!

    • Antworten
      Gabi Frankemölle
      23. April 2022 at 12:37

      Das hast du gut auf den Punkt gebracht – und es freut mich, dass wir dieselben Erfahrungen mit dieser Kochplatte gemacht haben.

    Antworten