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Blogevent "Typisch Österreich": Marillenknödel

Marillenknoedel

Marillenknoedel

Blog-Event CV - Typisch Österreich - Typisch Salzburg (Einsendeschluss 15. Februar 2015)Es ist sehr anmaßend von mir, etwas „typisch Österreich“ zu nennen – ich habe das Nachbarland genau einmal in meinem Leben betreten (ich war drei Tage in Wien). Woher soll also ausgerechnet ICH wissen, was typisch Österreich oder erst recht typisch Salzburg (so heisst das Motto von Zorras neuestem Blogevent, ausgerichtet von den Mädels von Salt and the City) ist? Was ich aber genau weiß: Ich liebe warme, süße Hauptgerichte – es gibt im Winter (ach, eigentlich immer) nichts besseres als irgendetwas Hefiges, Buttriges, Cremiges, Fruchtig-Teigiges, das  einem den Magen mit einem wohligen Klumpen total unnützer Kohlehydrate füllt. Typisch österreichische Mehlspeisen eben.

Um diese auch 1000 Kilometer nordwestlich von Wien genießen zu können, habe ich mir schon vor Jahren den goldenen Plachutta (AMAZON-LINK) zugelegt, dem meine Familie außer diversen Strudeln auch ein göttliches Saftgulaschrezept verdankt. Und Marillenknödel bereite ich seit Jahren nach einem Kombi-Rezept zweier österreichischer Foodbloggerinnen (Katharina Seiser und Titi Laflora) zu, das wiederum auf Plachutta basiert.

Alle drei beschreiben den Kochvorgang lakonisch-kurz: „Knödel ins wallende Wasser legen, aufsteigen lassen, noch einige Minuten leicht köcheln.“ Dabei war genau das der Schritt, der mir immer einen Riesenrespekt eingejagt hat: Was, wenn die zarten Knödelchen sich im Wasser in Mehlschwaden auflösen? Was, wenn sie wie ein Stein nach unten plumpsen und nie mehr auftauchen? Was, wenn der schöne Marillensaft ausläuft?

Ist aber glücklicherweise nie passiert. Was ich übrigens nicht meiner Mehlspeisen-Erfahrung zuschreibe, sondern dem geballten Wissen der drei Rezeptentwickler(innen). Danke nach Österreich für diese süß-saure, weich-knusprige Köstlichkeit!

PS. Per se sind Marillenknödel natürlich KEIN Januar-Rezept, sondern eines für den Sommer. Ich komme allerdings in die Öko-Hölle, weil ich im Großmarkt sündhaft teure Flugaprikosen aus Übersee entdeckt habe. Nachdem die nicht nur wie Aprikosen aussahen, sondern sogar wie Aprikosen rochen, konnte ich nicht widerstehen! Man hätte aber auch einfach TK-Pflaumen verwenden können…

Marillenknödel aus Topfenteig
 
Marillenknödel sind für mich der Inbegriff einer österreichischen Mehlspeise - süß-sauerlich und weich-knusprig zugleich. Ich habe sie noch nie im Original in Österreich gegessen, aber dieses Rezept ist ein Kombi-Werk dreier österreichischer Koch-Könner 🙂
Ergibt: 8 - 12 Stück
Zutaten
für die Marillenknödel
  • 8 - 12 reife Aprikosen (die kleineren finde ich schöner)
  • 8 - 12 Stück Würfelzucker
  • 400 g Quark 20 %
  • 3 Eigelb
  • 60 g sehr weiche Butter
  • 1 Prise Salz
  • abg. Schale einer ½ Bio-Zitrone
  • 8 EL Mehl (etwa 140 g)
  • 2 EL Weizengrieß
  • 1,5 EL Speisestärke
für die Butterbrösel
  • 100 g Butter
  • 150 g Semmelbrösel
  • 50 g Zucker
  • gute Prise Zimt
Zubereitung
  1. Die Aprikosen (sie sollten unbedingt reif sein, sonst haben sie kein Aroma und bleiben hart) waschen und entkernen - am besten, indem man einen Kochlöffelstiel oben am Stiel hineinsteckt und den Kern nach unten herausdrückt. Jede Aprikose mit einem Stück Würfelzucker füllen und beiseite legen.
  2. Für den Knödelteig Quark mit Butter (weich, aber nicht flüssig), Eigelb, Zitronenschale und der Prise Salz verrühren. Mehl, Grieß und Speisestärke mit einem Holzlöffel nur kurz unterrühren, bis sich ein glatter Teig ergibt.
  3. Teigportionen mit einem bemehlten Löffel abnehmen und auf einem gut bemehlten Untergrund (oder auf der Hand) zu einer Scheibe von etwa Handtellergröße formen. Aprikosen aufsetzen und mit dem Teig gründlich umhüllen, eventuelle Löcher gut zudrücken.
  4. Während alle Aprikosenknödel geformt werden, in einem sehr großen Topf Wasser zum Kochen bringen, Eine gute Prise Salz hinzufügen, Knödel einlegen, Hitze reduzieren, so dass das Wasser nur noch leicht simmert. Sobald die Knödel aufsteigen, noch acht bis zehn Minuten (je nach Größe der Aprikosen) ziehen lassen.
  5. Für die Butterbrösel Butter zerlassen und Brösel darin unter häufigem Rühren (vorsicht, verbrennt schnell!) hellbraun rösten, dann Zucker und Zimt unterrühren, beiseite stellen.
  6. Die fertigen Knödel gut abtropfen lassen, in Bröseln wälzen und mit weiteren Bröseln servieren.

 

 

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4 Kommentare

  • Antworten
    Sonja @saltandthecity
    5. Februar 2015 um 14:04

    Ah, Marillenknödel aus Topfenteig! Ich mag den auch viel lieber als den Erdäpfelteig, aus dem sie auch sehr oft sind. Vielen Dank für deine Teilnahme – aus den drei Tagen Wien kann man ja mehr machen, zum Beispiel 3 Tage Salzburg, dann sind es insgesamt schon 6 und du darfst dich Insider nennen!

    • Antworten
      gfra
      5. Februar 2015 um 16:14

      Oh ja, drei Tage Salzburg – vor allem euer Bloggercamp – würden mir sehr gefallen 😉

  • Antworten
    esesi
    7. Februar 2015 um 9:50

    wie schön, hier etwas mit Österreichbezug zu lesen!
    Freue mich sehr!

  • Antworten
    Männeressen aus dem Slowcooker: Bacon Bombs – Crockyblog – Langsam kocht besser
    28. Juni 2017 um 15:35

    […] Jahreszeitlich werden sie zugeschmissen mit Saisonprodukten – derzeit mit Aprikosenkuchen, Marillenknödeln, Aprikosenkonfitüre, Aprikosensauce für […]

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