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5 In Slowcooker allgemein

Slowcooker-FAQ zu Geräten, Zubereitung, Rezepten

Topfgröße

Was Sie schon immer wissen wollten, aber nie zu fragen wagten 🙂 In diesem Artikel habe ich die Antworten auf Slowcooker-Fragen zusammen getragen, die vor allem von Crocky-AnfängerInnen häufig gestellt werden. Zu vielen Themen habe ich schon etwas geschrieben, das ist allerdings quer durch diesen Blog verstreut. Daher habe ich hier nochmals alles zusammen getragen.

Fragen zum Thema Anschaffung/Geräteauswahl des Slowcookers

Fragen zum Thema Vorbereitung/Zubereitung im Slowcooker

 Rezepte für den Slowcooker

 Und hier die Antworten:

Lohnt es sich, Slowcooker in den USA zu kaufen?
Nein, auf keinen Fall. Die Auswahl dort ist zwar viel größer und die Preise niedriger, aber es fallen erhebliche Porto- und eventuell Zollkosten an. Zudem passen Spannung (in den USA kocht man mit 110 V) und Stecker nicht. Da empfehlen sich schon eher britische Versender (wie zum Beispiel Lakeland), Amazon GB oder Händler bei eBay UK, die beim Kauf meist schon einen Steckeradapter beilegen.

Welches Gerät würden Sie empfehlen?
Welche Erfahrungen ich bzw. Leserinnen und Leser mit bestimmten Modellen gemacht haben, lesen Sie in der Slowcooker-Datenbank.  Wichtiger als die richtige Marke ist in meinen Augen aber die richtige Größe des Gerätes, denn es sollte mindestens halb voll betrieben werden. Ich persönlich brauche keine Programmierung von Garzeiten, sondern regele das über eine externe Zeitschaltuhr. Stattdessen bevorzuge ich günstige, einfache Kocher mit mindestens zwei Heizstufen, damit ich – je nach Abwesenheit – die richtige Kochdauer erziele.

Kann ich im Slowcooker ganze Mahlzeiten zubereiten?
Ja, wenn es sich um Suppen, Eintöpfe oder die Slowcooker-Versionen von Aufläufen handelt. Beilagen garen oft im Slowcooker nicht mit, weil sie normalerweise eine andere Garzeit haben (Kartoffeln brauchen eeewig) oder nicht gut gelingen (Reis, Pasta). Ich helfe mir damit, dass ich fast immer vorgekochten Reis/Pasta im Kühlschrank habe, die ich nur schnell in die Mikrowelle stelle.

Wann macht eine zusätzliche Zeitschaltuhr Sinn?
Sehr oft. Zum Beispiel, wenn ich mittags Rindfleisch auf den Tisch bringen möchte, das eine Garzeit von neun Stunden hat. Statt nun selbst nachts um vier aufzustehen, stelle ich die Zeitschaltuhr ein. Oder ich lassen den Timer den Topf ausstellen, wenn etwas nur eine Kochzeit von vier Stunden hat, ich aber erst nach sechs Stunden von der Arbeit komme. Die zwei Stunden „Warmhalten“ schaden den meisten Rezepten nicht. Zeitschaltuhren kosten im Baumarkt keine zehn Euro und ich finde sie flexibler als „digitale“ Slowcooker mit Programmierung.

SchalterMein Kocher hat gar keine LOW, MEDIUM- oder HIGH-Stufe!
Dann müssen Sie umrechnen, nachdem Sie heraus gefunden haben, welche Heizstufe Ihr Gerät in etwa hat (Hersteller fragen!). Eine Stunde HIGH in meinen Rezepten entspricht etwa 2 bis 2,5 Stunden auf LOW. MEDIUM liegt (logischerweise) irgendwo dazwischen.

Was bedeutet die Stufe AUTOMATIC?
Unglücklicherweise bei fast jedem Kocher etwas anderes: Manchmal automatisches Warmhalten, meistens aber Ankochen auf HIGH (ein oder zwei Stunden) und anschließendes automatisches Herunterregeln auf LOW.

Kann ich für den 3,5-l-Topf berechnete Rezepte im 6,5-l-Topf zubereiten?
Ja, wenn Sie die Mengen verdoppeln. Oder halbieren Sie die Mengen, wenn Sie einen kleinen 1,5-l-Topf benutzen. Der Grund dafür: Nur wenn Sie auch die Mengen je nach Topfgröße anpassen, bleibt das Verhältnis Inhalt > beheizte Topffläche (und damit die Garzeit) in etwa gleich. Bitte füllen Sie die Töpfe auch nicht randvoll oder nur bodenbedeckt – so kann es entweder überlaufen  bzw. auch im Slowcooker anbrennen.

Wie ändern sich die Zeiten bei geänderten Mengen?

Wenn Sie nicht nur die Mengen vervielfachen/verkleinern, sondern auch die Topfgröße entsprechend ändern, bleibt die Kochzeit gleich – denn dann stimmt das Verhältnis beheizte Fläche > Inhalt nach wie vor. Wenn Sie allerdings einen Topf pickepacke füllen (anders als es die meisten Rezepte vorsehen), wird die Garzeit vermutlich nicht hinkommen und Sie werden etwas länger garen müssen. Dementsprechend wird die Garzeit kürzer, wenn Sie weniger in den Topf füllen als das Rezept vorsieht – aber davon rate ich ausdrücklich ab!

Wo finde ich  Rezepte für den 5-/5,5-/8-l-Topf?
Bei mir leider nicht (und auch sonst nirgendwo, meines Wissens nach) – denn das sind keine gängigen Slowcooker-Größen, sondern „Exoten“. Zudem wäre es alles andere als übersichtlich, wenn bei jedem Rezept Grammzahlen für fünf oder sechs Topfgrößen dabei stehen 🙂 Bitte beachten Sie, dass auch 5- bzw. 5,5-l-Töpfe – wie alle Slowcooker – immer mindestens halb voll sein sollten. Kalkulieren Sie also in etwa die 1,5-fache Menge, wenn Sie ein 3,5-l-Rezept als Grundlage nehmen bzw. verwenden Sie nur 3/4 eines 6,5-l-Rezeptes.

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Kann ich im Slowcooker auch einmachen/einkochen?
Das halte ich für ein mikrobielles Glücksspiel, von dem ich dringend abraten würde – siehe hier.

Ist der Keramikeinsatz backofenfest?
LeserInnen haben schon z.B. Schweinebraten darin überkrustet. Ich habe mich noch nicht getraut. Ich denke aber, es müsste gehen – ohne Garantie 🙂 UPDATE: Die Crock-Pot-Töpfe sind laut Gebrauchsanweisung für den Backofen geeignet, bei anderen Marken stehts nicht dabei, ist also persönliches Risiko.

Kann ich im Slowcooker auch Essen aufwärmen?
Ich rate dringend davon ab. Der Slowcooker braucht viel zu lange, bis er richtig heiss – und damit bakteriensicher – ist. Beim stundenlangen Zu-Ende-Garen ist das okay, aber nicht, wenn ich Essen (wohlmöglich auch noch langsam im Slowcooker abgekühltes!) nur eine Weile drin lasse, bis es wieder „lau“ ist. Damit erzeugt man eine Bakterienbrutstätte! Nein, ich wärme NIE im Slowcooker auf, sondern nur in der Mikrowelle oder im Standardtopf auf dem Herd.

Wie mache ich es, wenn ich mittags schon das Essen fertig haben möchte?
Auf HIGH garen! Oder auf LOW – dann mit einer Zeitschaltuhr, die den z.B. Topf nachts um vier anstellt. Wem nicht wohl dabei ist, rohes, vorbereitetes Essen so lange ungekühlt stehen zu lassen, kann auch den umgekehrten Weg gehen: Topf abends um acht anstellen und per Zeitschaltuhr nachts um vier ausstellen lassen. Das fertig gegarte Essen dann morgens in den Kühlschrank stellen und mittags passende Portionen in der Mikrowelle aufwärmen. Das habe ich jahrelang so gemacht, weil drei Leute zu unterschiedlichen Zeiten zu Tisch kamen.

Basics: Zeitplanung

Slowcooker Basics im Video: Zeitplanung & Kochzeiten

Kann ich die Zutaten am Tag vorher schon in den Einsatz schichten?
Ja, bis auf rohes Hackfleisch und ich würde den Einsatz immer kalt stellen. Ist er für den Kühlschrank zu groß, kann man auch die vorbereiteten Zutaten (z.B. geschnippelte Möhren, gewürfeltes Fleisch, Saucenansatz) in Kunststoffdosen kalt stellen. Am nächsten Morgen gibt man dann nur alles in den Einsatz.

Kann ich das Gerät wirklich laufen lassen, wenn ich das Haus verlasse?
Bedenkenlos. Ich mache das seit zehn Jahren, Ulrike seit neun und unsere Häuser stehen noch 🙂  Natürlich sollte man den Topf nicht gerade auf einen Stapel alter Zeitungen stellen…

Kann ich gefrorenes Fleisch im Slowcooker zubereiten oder muss es erst auftauen?
Siehe Abschnitt zum Aufwärmen. Ja, es gibt Köchinnen, die geben gefrorenes Fleisch direkt in den Slowcooker, ich bin gegen mikrobiologisches Glücksspiel zum Nachteil meiner Familie und Gäste.

Haben Sie ein Rezept für Roastbeef, Spargel, Lachs?
Nein. Diese Zutaten sind mir zu schade für die Zubereitung im Slowcooker, wo ich den Garpunkt nur „Pi mal Daumen“ bestimmen kann – siehe hier. UPDATE: In Sachen Spargel muss ich meine Meinung revidieren.

Die Kartoffeln im Eintopf waren noch total hart!
Kartoffeln gehören zu den Zutaten, die im Slowcooker am längsten brauchen. Man sollte die Würfel also entspechend klein schneiden und eine mehlig kochende Sorte statt einer fest kochenden verwenden.

Slowcooker mit KartoffelnAlle Zutaten müssen von Flüssigkeit bedeckt sein, oder?
Keine Ahnung, wer das Gerücht in die Welt gesetzt hat! Nein, es muss immer ++etwas++ Flüssigkeit im Topf sein (bei Ofenkartoffeln ist schon das anhaftende Wasser genug), aber ein Fingerbreit reicht aus. Bei Suppen gieße ich natürlich reichlich auf, bei Braten allerdings nicht, weil oft das Fleisch noch viel Flüssigkeit abgibt und nichts verdampft. Zu viel angegegossene Flüssigkeit sorgt für eine wässrige Sauce – ich habe lieber einen geschmacksintensiven Fond.

Wie lange dauert Gulasch/Schweinebraten/Putenrollbraten?
Das kann man so pauschal NIE sagen – es hängt ab davon, wie schwer das Fleischstück ist, welche Heizstufe gewählt wird und ob Sie vorher angebraten haben oder nicht. Bitte suchen Sie sich ein ähnliches Rezept mit ähnlicher Vorgehensweise und testen Sie Ihren Topf anfangs ein paar Mal aus. Dann wissen Sie bald, ob Ihr Gerät zu den Schnarchnasen oder Heißblütern gehört und haben Ihren eigenen Zeitrahmen.

Die Flüssigkeitsmengen in den Rezepten kommen mir so wenig vor…
Siehe Frage „Alle Zutaten müssen von Flüssigkeit bedeckt sein„. Ich mag keine wässrigen Sauce und auch keine von Sauce ertränkten Kartoffeln auf Tellern. Wenn Sie gerne viel Sauce essen, geben Sie etwas mehr Flüssigkeit (am besten Fond) hinzu, aber grundsätzlich brauchen Slowcooker-Rezepte weniger Flüssigkeit als „normale“.

Muss man das Fleisch wirklich nicht vorher anbraten?
Nein, muss man nicht. Trotzdem werden Saucen hell- bis mittelbraun. Ich persönlich finde allerdings die „gekochte“ Optik von nicht angebratenem Fleisch wenig attraktiv und bevorzuge Saucen mit Röstaroma. Daher brate ich Gulasch und Braten meist an – Pulled Pork, das in dunkler BBQ-Sauce gegart wird, aber wiederum nicht.

Rouladen vergleich

Wie entferne ich ausgetretetenes Fett von der Sauce?
Wenn Sie das Gericht eine ganze Weile nicht umgerührt hatten, setzt sich das Fett oben ab (zum Beispiel bei Bolognese) und lässt sich vorsichtig mit einem Löffel abschöpfen. Oder lassen Sie alles komplett im Kühlschrank abkühlen (das Fett wird dann hart) und heben Sie es ab.

Wie kann ich zu dünne Saucen andicken?
Man kann z.B. Butter und Mehl verkneten und in die Sauce geben oder etwas Speisestärke in Wasser anrühren und hinein geben (dann nochmals 10 bis 20 Minuten auf HIGH stellen). Bei ganzen Braten entnehme ich das Fleischstück und halte den Stabmixer in die Sauce – mitgegarte Gemüse (Möhren. Sellerie, Zwiebeln) machen die Sauce dann zugleich sämig und aromatisch.

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5 Kommentare

  • Antworten
    Petra
    20. April 2015 um 8:32

    Hallo zusammen
    ich besitze neuerdings auch einen Slowcooker 6,5l und würde gerne pulled Pork darin garen. sollte ich dein Rezept für den 3,5 l Einfach nur verdoppeln und dann auch die Garzeit verdoppeln ? Würde mich über Anregungen und Feedback freuen
    LG

    • Antworten
      gfra
      20. April 2015 um 18:22

      Hallo, Petra – nein, wenn man Rezepte auf kleinere/größere Töpfe anpasst, dann passt man nur die eingefüllte Menge an, nicht aber die Kochzeit. Dadurch bleibt sozusagen das Verhältnis Inhalt / beheizte Fläche gleich. Nimm also die doppelte Menge Fleisch (oder knapp die doppelte) und gare wie im 3,5-l-Rezept. VG, Gabi

  • Antworten
    Die bestimmungsgemäße Verwendung von Gefrierbeuteln - kuechenlatein.com
    28. April 2015 um 13:30

    […] beantwortete DIE Kompetenz in Sachen Langsamkochen hier die […]

  • Antworten
    Bianca
    6. Mai 2015 um 21:06

    Hallo, ich bin absoluter Slow cooker Neuling und möchte jetzt eine Soljanka machen (Salami, Fleischwurst, Mettenden, Tomaten, Paprika, Zwiebel, Gewürzgurke)
    Die Zeiten die ich finde, reichen von 55 Minuten bis 7 Std max.
    Wie ist denn wohl eine realistische Zeit ? ;-))
    Ach ja, da ich viel Besuch erwarte, werde ich den 6,5l topf wohl gut vollmachen.
    Ganz lieben Dank

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