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10 Fragen: Ist Slowcooker-Kochen etwas für mich?

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Nach jahrelangem Schattendasein scheint der Slowcooker jetzt einen (kleinen) Siegeszug zu starten: Es gibt ihn beim Discounter zu kaufen (Tchibo & Lidl), neue Hersteller (Andrew James, Lakeland) gesellen sich zu Morphy Richards und Rival, die Facebook-Slowcooker-Gruppen (siehe hier) wachsen enorm. Unter die Begeisterung, die sich bei vielen breit macht, mischt sich vereinzelt auch Enttäuschung. Deswegen möchte ich in diesem Artikel nochmals genau darlegen, für welche „Kochcharaktere“ der Slowcooker geeignet ist. Die Stärken und Schwächen des Gerätes hatte ich ja schon früher einmal erklärt.

„Also uns schmeckt das Essen irgendwie nicht.“ „Ich komme mit diesen Zeiten nicht klar.“ „Für mich ist das nix – ich muss Beilagen ja immer noch separat kochen!“ „Wir sind eigentlich keine Suppen- und Eintopfesser.“  „Das Fleisch ist ja schon zu weich.“ Ja, kommt mir alles bekannt vor – und alle haben auf ihre Art recht. Und dann auch wieder nicht!

 10 Fragen: Ist Slowcooker-Kochen etwas für Sie?

  1. Sind Sie ein Fan von Hausmannskost? Machen wir uns nichts vor: Gerichte aus dem Slowcooker sind üblicherweise keine „essbaren Landschaften„, sondern robuste, rustikale Sattmacher.
  2. Haben Sie die richtige Topfgröße gekauft? Wer im viel zu großen 6,5-l-Topf dauernd Reste produziert, wird genau so wenig glücklich wie eine Mutter, deren zwei pubertierende Söhne den 3,5,-l-Slowcooker leer essen und anschließlich noch nach mehr rufen.
  3. Trauen Sie Ihren Haushaltsgeräten? Wer keine Waschmaschine anstellt, wenn er das Haus verlässt, wird vermutlich auch seinen Slowcooker nur selten nutzen. Damit ist jedoch sein entscheidender Vorteil dahin – dass er nämlich unbeaufsichtigt Essen gart, während Sie gar nicht da sind.
  4. Mag Ihre Familie Suppen und Eintöpfe? Die meisten Slowcooker-Gerichte gehören dieser Gattung an, denn Schmoren (also langsames Garen mit mehr oder weniger Feuchtigkeit) ist die einzige Kochtechnik, die der Crocky wirklich gut beherrscht.
  5. Können Sie beim Kochen auch mal die Kontrolle abgeben?  Häufiges Rühren, Abschmecken, Prüfen sind beim Slow Cooking kontraproduktiv – und auch gar nicht möglich, wenn Sie das Gerät kochen lassen, während Sie außer Haus arbeiten.
  6. Sind Sie ein Frühaufsteher? Wer sich den Slowcooker anschafft, um mittags seine Familie zu verköstigen, muss das Gerät u.U. sehr früh morgens anstellen. Altenativ können Sie aber auch über Nacht garen und später wieder aufwärmen.
  7. Planen & organisieren Sie gerne? Dann ist der Slowcooker ideal für Sie. Sie müssen zu Garbeginn alles parat haben, schnippeln und eventuell anbraten. Dann aber benötigen die meisten Rezepte kaum noch Nacharbeit.
  8. Sind Sie bereit, eigene Versuchsreihen zu Garzeiten zu starten? Leider verstehen alle Hersteller unter HIGH und LOW etwas anderes. Und sogar innerhalb einer Modellreihe sind manche Töpfe echte Heißblüter und andere Schnarchnasen. Kochen Sie daher zunächst einmal einige Rezepte 1:1 nach, um festzustellen, ob Sie für Ihren Topf die Garzeiten anpassen müssen.
  9. Lassen Sie schon mal fünf gerade sein? Es liegt in der Natur der Sache, dass beim Slowcooker-Kochen die Ergebnisse nicht immer gleich (gut) ausfallen. Fleischqualität nicht besonders, Kartoffeln zu groß gewürfelt, Brühe etwas flau, Garzeit über-/unterschritten? Wer da etwas Nachsicht mitbringt, lebt auch mit „nur zu 95 Prozent gelungen“ gut – und freut sich trotzdem noch darüber, seine heißhungrige Bande arbeitssparend satt bekommen zu haben.
  10. Betreiben Sie Vorratswirtschaft? Vorgekochter Reis oder Nudeln als Beilage im Kühlschrank, Suppengemüse oder portioniertes Fleisch im Tiefkühler erleichtern das Leben mit dem Slowcooker sehr.

Übrigens: Lassen Sie sich bloß nicht vom Slowcooker-Kochen abhalten, selbst wenn Sie Fragen mit „Nein“ beantwortet haben! Bei einem Gerätepreis von nicht mal 30 Euro für einen 3,5,-l-Topf lohnt sich die Anschaffung auch dann, wenn Sie nur einmal pro Quartal die weltbeste Bolognese darin zubereiten 🙂

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20 Kommentare

  • Antworten
    Ulrike
    17. Januar 2015 um 17:47

    Ich muss sagen, trotz ehemals pubertierender Söhne hat der 3,5-l-Topf für unsere vierköpfige Familie ausgereicht. Dann musste man eben wieder neu langsam kochen oder eben den 6,5-l-Topf nehmen.

    Und so rustikal ist das langsam kochen doch auch nicht, nicht immer gelingen alle Gerichte super gut, auch ohne Crockpot …

    • Antworten
      Sabine Zill
      17. Januar 2015 um 18:39

      Ich kann auch bestätigen, dass der 3,5l Crockpot für eine 4-köpfige Familie (Kinder inzwischen erwachsen) vollkomen ausreicht. Wer allerdings immer auf Vorrat kochen will (einmal kochen, zwei-bis dreimal essen), der sollte doch den 6,5 l Slowcooker nehmen. Ich habe einen vom Discounter für ganze 22 Euro, ist schon mehrere Jahre alt und sieht aus und funktioniert wie neu! Geniales Teil!

  • Antworten
    Kaffeebohne
    17. Januar 2015 um 19:08

    Ich habe den normalen Slowcooker, 3,5l , Keramikeinsatz und ohne Timer. Ich habe eine Zeitschaltuhr in der Küche und dann muss ich auch nicht mehr früh aufstehen, wenn das Essen zum Mittagessen fertig sein soll. Da ich selten Fleisch koche, habe ich auch keine Angst, dass die Zutaten über Nacht in der Küche schlecht werden.
    Ich möchte ihn nicht mehr missen.

  • Antworten
    Monika Wulf
    18. Januar 2015 um 17:35

    Ich habe meinen Crockpot heute getestet. Bin total begeistert. Mittagessen und danach Süßes zum Kaffee. Einfach Klasse. Ich würde ihn immer wieder kaufen und das sage ich nach einem Testtag.

    • Antworten
      gfra
      18. Januar 2015 um 17:45

      Freut mich, dass du so gut damit klarkommst und das auf Anhieb, Monika 🙂

  • Antworten
    Anita
    18. Januar 2015 um 17:56

    Ich habe meinen 3,5l Topf seit Juli 2014 und möchte ihn nicht mehr missen. Morgens anschmeißen, Nachmittags , wenn alle wieder da sind, ist alles fertig……….Gerade heute habe ich morgens das Malzbiergulasch angesetzt. Wir waren den halben Tag außer Haus und haben eben gegessen…….alles perfekt………Selbst mein Mann, der anfangs sehr misstrauisch war, ist davon begeistert.

  • Antworten
    Claudia
    18. Januar 2015 um 19:04

    Ich bin seit 4 Monaten Besitzerin eines 3,5 l Crocky und liebe ihn. Ich bin ein Suppen und Eintopf Fan. Ich habe schon einige Rezepte aus den Kochbüchern probiert und es gab nichts, was nicht geschmeckt hat. In ca. 30 Minuten sind meine Schweinelendchen in Tomatensoße aus dem @work Kochbuch fertig. Es riecht schon ganz lecker. Als Single koche ich immer auf Vorrat und hab jetzt immer was Leckeres im Haus.

    • Antworten
      gfra
      18. Januar 2015 um 19:42

      Und wenn man was Ordentliches-Leckeres im Haus hat, holt man sich keinen Junk von der Fast-Food-Bude – so geht es mir zumindest 🙂

  • Antworten
    tanja
    18. Januar 2015 um 20:13

    Hallo! Seit 8 wochen bin ich crocky fan und mittlerweile total begeistert. Ich habe einen 3,5 l Topf von russel hobbs ohne schnickschnack und von andrew james den 6,5 l digitalen Topf mit zeitschaltuhr. Nach anfänglichen Schwierigkeiten kann ich das alles nun gut einschaetzen und fast alles wird prima auch ohne Rezept. Ich liebe es abends heim zukommen und ein köstlicher eintopf erwartet mich. I love it♥♥♥♥

  • Antworten
    Diana Heidrich
    18. Januar 2015 um 21:12

    habe den Crockpot jetzt ein Jahr, ich bzw. wir, sind begeistert, mit Zeitschaltuhr ist längere Kochzeit kein Problem. Übrigens, es muss nicht immer deftig sein, gehobene Küche ist möglich. Habe 2 Morphy Richards, zunächst mit Anbratfunktion, aber auf dem Ceranfeld drehte sich das Ding dauernd. Da der 6,5 l Topf auf Low plötzlich 95 Grad heiß wurde, habe ich ihn zurück ins Geschäft gebracht, der Crocky wurde vom Hersteller innerhalb einer Woche ausgetauscht, auch mein Wunsch nach einem Keramiktopf wurde erfüllt, ohne Kommentar. Super Service.
    Heute gabs dicke Rippe, es war köstlich. Ich möchte den Pot nicht mehr missen.

  • Antworten
    Folienkartoffel aus dem Slow Cooker mit Sour Cream - kuechenlatein.com
    23. Januar 2015 um 14:30

    […] Und wie sagte Gabi so schön: […]

  • Antworten
    Constanze
    23. Januar 2015 um 23:51

    Meine Tochter wünscht sich einen Reiskocher. Ist der sinnvoll oder soll ich gleich einen Crockpot schenken? Mir ist der Unterschied nicht ganz klar und ich habe keinerlei Erfahrung mit dieser Art des Kochens. Kann ich im Crockpot auch nur Reis kochen? Danke für die Antwort(en).

    • Antworten
      gfra
      24. Januar 2015 um 11:29

      Crockpot und Reiskocher sind ZWEI VÖLLIG VERSCHIEDENE Dinge 🙂 Im Reiskocher kann man NUR Reis kochen (man gibt genau bemessene Reis- und Wassermengen zu und er stellt sich dann nach Garzeoitende automatisch ab) und im Crockpot kocht man alles mögliche, aber KEINEN REIS PUR! Wenn sich deine Tochter einen Reiskocher wünscht, dann ist sie mit einem Crockpot nicht gut bedient, siehe hier: https://slowcooker.de/2008/der-crockpot-was-er-kann-und-was-nicht/

      • Antworten
        Schmetterfink
        29. Januar 2015 um 9:46

        Meine Mutter hätte sich – bei meinem Weihnachtswunsch nach einem Crockpot (inkl. Link zum Bestellen) – wohl auch besser bei dir informiert.

        Bekommen habe ich damals statt des Crockys einen Tupper Ultra. Das sei ja quasi dasselbe. In dem habe ich immer wundervoll Brot gebacken… andererseits hatte ich den Crocky nicht zum Brotbacken angedacht 😉

  • Antworten
    Jessika
    5. März 2015 um 13:44

    Also ich bin Neuling und jetzt schon skeptisch ;(
    Meiner ( Morphy Richards ) , sieht Ansicht für den ersten Eindruck ganz gut aus 🙂 aber der Deckel,liegt nicht richtig auf ! Ist das jetzt schon zum scheitern verurteilt ? Trau mich gar nicht ihn erst auszuprobieren 🙁
    Danke schon mal im vorraus für die Hilfe

    Liebe Grüße Jessika

  • Antworten
    Jessika
    26. März 2015 um 2:28

    Tja ich hatte auf eine Antwort gehofft. War meine Frage dumm oder schon mal gestellt ? Kann das Verhalten jetzt nicht ganz nachvollziehen 🙁

    • Antworten
      Gabi
      26. März 2015 um 9:10

      Hallo, Jessika – ich war vier Wochen in Urlaub, kann man auch auf der Startseite nachlesen 😉 Daher habe ich nicht eher antworten können… Nein, die Deckel meiner Morphy-Richards-Kocher liegen auch nicht ganz gerade auf, manche sollen angeblich sogar klappern (tun meine aber nciht). Das ist nicht schlimm – beim Kochen entsteht Wasserdampf und es bildet sich eine Art „Mini-Pfütze“am Rand, dann hält das ganz dicht.

      • Antworten
        Jessika
        27. März 2015 um 2:22

        Oh , tut mir leid ! Das erklärt so einiges

  • Antworten
    Slowcooker-Zukunft: Man wird ja wohl mal träumen dürfen... | Langsam kocht besser
    5. August 2017 um 7:44

    […] Ist Slowcooker-Kochen etwas für Sie? Zehn Fragen… […]

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