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Gerätetest: Der Multikocher Crock-Pot CSC024X

Multikocher von Crock-Pot

Multikocher von Crock-Pot

Können alles ein bisschen und nix richtig gut: Fast alle Multikocher, die ich bislang getestet haben, haben mich in meiner Meinung nur bestärkt (siehe Geräte von Hkoenig, Klarstein, Russell Hobbs, Sage). Nun habe ich ein Gerät von Slowcooker-Platzhirsch Crock-Pot zum Testen hier – ob es beim CSC024X (etwa 170 Euro**) anders ist? Ob das ordentlich anbraten UND langsamkochen kann? Ob es bäckt UND reiskocht – und alles wirklich gut?

Um es kurz zu machen: Nein. Das Gerät hat seine Stärken, es hat seine Schwächen und ist damit keineswegs die Lösung für alle Koch- und Platzprobleme. Dennoch kann die Anschaffung Sinn machen. Aber bevor ich jetzt das Fazit vorweg nehme, erstmal zu den Details.

Die Funktionen auf dem Papier

Der Crock-Pot Slow- und Multikocher bietet die Kochmodi Anbraten, Schongaren, Rösten, Backen und Dampfgaren/Reiskochen. Der Innentopf fasst 5,6 Liter und ist antihaft-beschichtet – leider nicht mit dem stabilen DuraCeramic, das man von einigen Crock-Pot-Slowcookern kennt. Mitgeliefert werden ein Messbecher zum Reisabmessen und ein Rost, das man fürs Dampfgaren und Rösten verwenden kann. Die Betriebsanleitung (in gutem Deutsch verfasst) umfasst einige brauchbare Rezepte für alle Gararten. Die matte Edelstahl-Hülle sieht gut aus – allerdings hinterlässt jeder Fingerabdruck Spuren und muss weggeputzt werden.

Bedienpanel Multikocher Crock-Pot

Bedient wird der Multikocher über das digitale Panel: Erst wählt man oben die Heizart, anschließend über die Tasten links mögliche Optionen (heißer anbraten, langsamer slowkochen, Temperaturen), dann über die Tasten rechts die Zeit in 30-Minuten-Schritten (Slowcooking) oder 5-Minuten-Intervallen (Backen). Das ist leicht zu verstehen und nach ein paar Kochvorgängen muss man dafür auch nicht mehr die Gebrauchsanleitung bemühen.

Das Testkochen – von Müsli bis Gulasch

Drei Wochen lang hatte ich den Crock-Pot-Multikocher jetzt in Gebrauch, bei allen Heizarten, mit ganz verschiedenen Gerichten. Hier meine Erfahrungen:

Knuspermüsli auf der Rösten-Stufe (quasi Unterhitze): Nach 30 Minuten bei 160 Grad war es sehr schön gebräunt. Ich musste natürlich – wie beim Garen im Backofen auch – alle fünf Minuten rühren.

Reis kochen im Modus dämpfen/reiskochen: Hier gibt es erfreulicherweise Mengen- und Flüssigkeitsangaben für verschiedene Portionsgrößen. Unerfreulicherweise stimmten die jedoch nicht – beide Male blieb der Reis arg hart und setzt unten etwas an. Als vollwertiger Reiskocher ist das Gerät also nicht zu gebrauchen.

Reis aus dem Multikocher

Schweinefilet nach NT-Methode (80 Grad) zu garen funktionierte nicht. Das Anbraten klappt zwar, auch die 80 Grad Temperatur ließen sich beim Rösten/Backen (Fleisch lag auf dem Rost) einstellen. Allerdings kommt die Hitze nur von unten, so dass heraus tropfender Bratensaft ganz schwarz wurde. „Rösten“ war also nicht, stattdessen habe ich den Topf in den Anbrat-Modus mit Temperaturstufe LOW gestellt und das Filet langsam geschmort.

Hähnchen & Zwiebeln anbraten für Massaman-Curry klappt ganz gut, wenn die Menge nicht größer als 500 bis 600 g ist. Eine normale Kochstufe hat der Topf übrigens nicht – man wählt zum Fertiggaren also Modus „Anbraten“ mit einer geringen Heizintensität.

Ofensuppe, Gulaschsuppe, Rouladen – alles ohne Anbraten im Schongar-Modus gegart: Das klappte wunderbar, auf LOW und auf HIGH ohne sichtbares Köcheln am Rand (was mich bei den sonst doch eher arg heftigen Crock-Pötten positiv überraschte). Die Kochzeiten waren dennoch eher auf der kurzen Seite – entsprechen also denen der Crock-Pot-Slowcooker.

Fazit: Plus – und Minuspunkte des Crock-Pot Multikochers CSC024X

Ganz klarer Vorteil des Crock-Pot-Multikochers ist, dass er durch seine diversen Heizarten viel flexibler einsetzbar ist als ein Slowcooker: Braten noch nicht weich, Sauce dickt nicht an? Dann verläßt man einfach den Slowcook-Modus und dreht auf „Saute“. Zudem eignet sich das Gerät auch als Anbrattopf und Backofen – allerdings nur für kleine Mengen.

Ich finde, wer küchentechnisch gut ausgestattet ist und größere Mengen zubereiten will, braucht die Multifunktionen nicht wirklich – wer etwas für sein Ferienhaus oder die studierende Tochter sucht und vielleicht wenig Platz hat, der ist mit dem Crock-Pot-Multikocher gut bedient. In jedem Fall ist das bislang DER Multikocher (neben dem Klarstein Sous Vide-Kombigerät), der wirklich verlässlich schongart und nicht brodelt.

plus Slowcooking-Funktion arbeitet schön sacht

plus gutes Preisleistungsverhältnis

plus einfache Bedienung & gute Bedienungsanleitung

plus vielseitig einsetzbar bei geringem Platzbedarf

minus kein zufriedenstellendes Ergebnis beim Reiskochen

minus Anbratfunktion schafft nur geringe Mengen

minus Anbratschüssel leicht & empfindlich

minus vergleichsweise hoher Stromverbrauch

Hinweise: *Crock-Pot® hat mir diesen Slowcooker kostenlos zum Testen zur Verfügung gestellt. Damit war kein weiteres Honorar oder eine Verpflichtung verbunden, über das Gerät zu schreiben oder es gar gut finden zu müssen. Es handelt sich hier also um meine ehrliche Meinung. **Affiliate-Link zu Amazon

Schweinefilet aus dem Multikocehr

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2 Kommentare

  • Antworten
    Katja
    25. März 2018 um 20:41

    Ich habe seit 2 Jahren einen Multikocher von Redmond (ca. 70€) in Gebrauch und liebe das Teil heiß und innig. 5 Liter-Topf, antihaftbeschichtet (Daikin aus Japan), nach 2 Jahren – kein Kratzer, viele verschiedene Funktionen (allerdings kein slowcooking), auch manuelle Zeit und Temperatureinstellungen, Warmhaltefunktion und Startzeitvorwahl. Einen Steak kann man darin sicherlich nicht braten und große Braten sind einfach nicht mein Ding, daher kann ich dazu nichts sagen. Aber Reis, inclusive teueren japanischen, Hirse, alle möglichen Suppen und Stews mit Zutaten zunächst anbraten, gebratene Kartoffel-Ecken (mit Back-Funktion), sogar ein ganzes Brathuhn- nach einigem Auspobieren klappt es super. Mit dem Slowcooker von Andrew James bin ich dagegen noch nicht ganz warm geworden… Aber ich gebe nicht auf:)

    • Antworten
      Gabi Frankemölle
      26. März 2018 um 14:12

      Ja, ein Slowcooker braucht mehr Planung und weniger Spontanietät 😉

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