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23 In für Slowcooker

Aus dem Slowcooker: Wiener Saftgulasch

Wiener Saftgulasch

Wiener Saftgulasch

Es ist schon komisch: Ich habe Staaten wie Ecuador, Estland, Ägypten oder Indonesien bereist. Im Nachbarland Österreich war ich bislang aber nur ein einziges Mal – wie ich hier schon beschrieben habe. Wieso eigentlich? Die Landschaften sprechen mich an, die Küche spricht mich an, die Sprache spreche ich – aber vermutlich hebe ich mir die „Nachbarschaft“ unbewusst für spätere Zeiten auf, wenn vier Wochen Asien mit dem Rucksack (äh, Reisetasche auf Rollen) zu anstrengend werden sollten.

Blog-Event CV - Typisch Österreich - Typisch Salzburg (Einsendeschluss 15. Februar 2015) Bis ich österreichische Küche im Original in Österreich kosten kann, beschränke ich mich also auf nachempfundene Rezepte aus österreichischen Kochbüchern. Dabei ist Der goldene Plachutta (AMAZON-Link) mein Standardwerk, ein kiloschweres Buch, nicht billig, aber jeden Cent seines Preises wert. Es enthält großartige und gelingsichere Grundrezepte – keine Trendküche, kein Chi-Chi, keine pastellige Deko und keine Schnörkelschriften. Was für eine Wohltat 🙂

Plachuttas Saftgulasch ist schon lange eines meiner Lieblingsrezepte, daher melde ich es zweiten Beitrag für Zorras neuestes Blogevent, ausgerichtet von den Mädels von Salt and the City. Selbstredend habe ich das Schmorgericht für den Slowcooker abgewandelt – schließlich sind Schmorgerichte die Kernkompetenz des Slowcookers. Und dieses Gulasch gelingt wirklich wunderbar – butterzartes Fleisch, eine köstliche Sauce, die – das ist das Besondere am Wiener Saftgulasch – nicht angedickt wird. Stattdessen sorgt die große Menge an Zwiebeln für die Bindung. Wobei etwas Schmand am Ende oder Mehlbutter sicherlich nicht schaden! Angebraten werden übrigens ausschließlich die Zwiebeln – das Rindfleisch wird roh in den Topf gegeben. Die Vorbereitungszeit ist also sehr überschaubar. Auf Garstufe LOW gelingt Saftgulasch viel besser als auf HIGH – geben Sie dem Gericht die Zeit!

Wiener Saftgulasch aus dem Slowcooker
 
Dieses herrliche Rindergulasch erfordert ein bisschen Vorbereitungszeit, gart dann aber ohne weitere Aufsichtspflicht zu Ende. Die Sauce benötigt wegen der großen Menge Zwiebeln nicht einmal eine Bindung.
Ergibt: 6 Portionen
Zutaten
  • 50 g Schmalz (oder Butterschmalz)
  • 1 kg Zwiebeln (in Würfeln)
  • 1 kg Rindergulasch (gerne durchwachsen, von der Wade)
  • 2 EL Rotweinessig
  • 250 ml Rinderfond
  • 1 Knoblauchzehe, zerdrückt
  • 1 TL Kümmel
  • 1 Lorbeerblatt
  • 2 EL Paprikapulver, edelsüß
  • 50 g Tomatenmark
  • ½ TL Salz
  • frisch gemahlener Pfeffer
Zubereitung
  1. Schmalz in einem ausreichend großen Topf erhitzen und Zwiebelwürfel darin bei mittlerer Hitze etwa 15 bis 20 Minuten goldbraun braten. Dabei gut beobachten und häufig umrühren, damit sie nicht anbrennen.
  2. Zwiebeln in den Einsatz des Slowcookers geben. Rindfleisch in mundgerechte Stücke schneiden, obenauf legen.
  3. Bodensatz im Zwiebeltopf mit Essig und Brühe kurz loskochen. Knoblauch, Kümmel, Lorbeerblatt, Tomatenmark und Paprika dazu geben und auflösen, salzen und pfeffern. Alles über Fleisch und Zwiebeln geben.
  4. Auf Stufe LOW 10 bis 12 Stunden garen, bis das Fleisch ganz weich ist.
Bemerkungen
Das Rezept ist für den 3,5-l-Topf berechnet.

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23 Kommentare

  • Antworten
    Sabine
    12. Februar 2015 um 0:57

    Ich hab deine Rezept nachgekocht und der Gulasch ist unglaublich zart geworden.. einfach perfekt!

    • Antworten
      gfra
      12. Februar 2015 um 7:28

      Freut mich 🙂 – weniger aber der SEO-Link zu einem Kaffeemaschinen-Testbericht. Den habe ich dann mal entfernt…

      • Antworten
        Manuela
        1. Mai 2015 um 11:27

        Habe da mal eine blöde Frage : ich möchte das Rezept für Gaeste im 6,5 l Crocky kochen. Ich verdreifache die Zutaten. Muss ich dann auch die Kochzeit verlaengern?

        Liebe Grüße und schon mal vielen Dank für die Antwort!

        Ps: Habe das Buch „langsam kocht besser“. Es ist genial und ich habe schon einiges mit dem 3,5 l Crocky ausprobiert!

        • Antworten
          gfra
          1. Mai 2015 um 11:46

          Hallo, Manuela – wenn du das Rezept ++verdoppelst+++ bliebe die Garzeit gleich, weil das Verhältnis Inhalt > beheizte Fläche vom 3,5-l- zum 6,5-l-Topf nahezu gleich bliebe. Wenn du den Inhalt verdreifachst, würde ich sicherheisthalber etwas mehr Zeit einkalkulieren, denn der Topf ist dann schon ganz schön voll. Schön, dass dir die Rezeote aus dem Grundkochbuch gefallen haben 🙂

  • Antworten
    Heike
    21. Februar 2015 um 20:18

    Liebe Gabi, noch ein Mal mehr danke!!!!
    Dieser Wiener Saftgulasch ist der Hammer!!! Habe selten so einen leckeren Gulasch gegessen.

    Viele Grüße, tausend Dank, Heike

    • Antworten
      Gabi
      22. Februar 2015 um 9:37

      Das freut mich, Heike 🙂 Ich fand es auch toll, obwohl ich erst skeptisch war – ohne Anbraten ist sonst nicht meins.

    • Antworten
      Uschi
      4. März 2015 um 7:28

      Hallo Gabi Frankemölle,
      ich bin auf Ihre Seite gestoßen und ganz begeistert. Ich habe mir auch einen Slowcooker zugelegt, mit 6,5 L Inhalt.
      Ich möchte nun gerne gleich den Saftgulasch ausprobieren, werde die Zutaten, außer vielleicht vom Butterschmalz, verdoppeln. Ich hoffe der Gulasch wird dann so gut wie Ihrer 😉

      Viele Grüße
      Uschi

  • Antworten
    Chorus
    12. März 2015 um 16:40

    Ich habe, nachdem ich mich auf deinem Blog festgelesen hatte, den Slow Cooker 6,5 l mit Anbratfunktion von Morphy Richards bestellt und heute erhalten. Ich bin hochgespannt, morgen gibt es Wiener Saftgulasch, das ich bisher nach einem Rezept von Moritz und Martina gekocht habe… und Sonnabend dann Pulled Pork …mit selbstgebackenen Hamburger Buns. Informativer und schön gestalteter Blog. Mit lieben Grüssen
    Die Mehlkäferin

    • Antworten
      gfra
      13. März 2015 um 16:21

      Ich wünsche dir viel spaß mit dem neuen Kochgerät 😉 Liebe Grüße,

      • Antworten
        Henry
        16. März 2015 um 20:35

        ja und wo ist das Rezept?

        • Antworten
          gfra
          17. März 2015 um 13:40

          Es steht doch in diesem Beitrag?

  • Antworten
    Karin
    8. April 2017 um 21:00

    Hallo!
    Auch, wenn der Post schon etwas älter ist, war das heute vertilgte Saftgulasch sehr lecker. Vielen Dank für das gute Rezept. Viele Grüße,
    Karin

    • Antworten
      gfra
      9. April 2017 um 10:01

      Freut mich, Karin!

  • Antworten
    Christian
    28. Dezember 2017 um 22:02

    Bin schon sehr gespannt auf diese Variante, der Crock Pot ist gefüllt und morgen werden wir es wissen 🙂
    Was mich ein bisschen stutzig macht, dass kein Majoran dabei ist? Bei uns in Wien besteht das klassische Gulschgewürz aus 3 Teilen Knoblauch, 2 Teilen Majoran und 1 Teil Kümmel.
    Aber ich habe mich einmal strikt an dein Rezept gehalten, modifizieren kann man dann immer noch und lasse mich einfach überraschen.

    • Antworten
      Gabi Frankemölle
      29. Dezember 2017 um 8:52

      Hallo, Christian – da mus sich mal nachsehen… Ich habe das Rezept vom Plachutta abgewandelt, meine ich. Wenn du Majoran nimmst: Unbedingt weniger (schmeckt im Slowcooker stärker raus) und den frischen erst ganz zuletzt dran, den trockenen von Anfang an.

  • Antworten
    Ruth Schneider
    17. März 2018 um 18:44

    Hallo kann ich die Garzeit verkürzen wenn ich auf Stufe Medium oder high kochen lasse? LG Ruth

    • Antworten
      Gabi Frankemölle
      17. März 2018 um 18:46

      Ja, auf HIGH ist die Garzeit nur halb so lang.

  • Antworten
    Elke
    24. April 2018 um 15:36

    Hallo, ich hab grad keinen Rotweinessig da, wodurch könnte ich den denn ersetzten.

    • Antworten
      Gabi Frankemölle
      24. April 2018 um 16:49

      Ganz normalen Essig 😉

  • Antworten
    Andrea
    8. September 2018 um 11:29

    Suuuper! Habe lustigerweise vor zwei Wochen auch genau dieses Original-Rezept für mich „auf Slowcooker übersetzt“ und zur Orientierung für die Garzeit dein Wildschweingulaschrezept aus dem Buch verwendet, also 1 Stunde high und 7 bis 8 Stunden low. War auch super und zart. Weil ich eigentlich ebenfalls die Fraktion Röstaroma bin, hatte ich mit den Zwiebeln ein paar Baconwürfel angebraten und die Würzung um etwas geräuchertes Paprikapulver ergänzt. Alle fanden das Gulasch super und niemand fand, das das Fleisch zu „gekocht“ statt angebraten schmeckte. Lieben Dank für dein Rezept!

    • Antworten
      Gabi Frankemölle
      8. September 2018 um 12:45

      Aber gerne 🙂 Freut mich,d ass es geklappt hat…

  • Antworten
    Martina Ercan
    22. November 2018 um 20:23

    Hallo, ich hab eine Frage. Habe heute meinen Crockpot erhalten und möchte als Wienerin zu allererst das Wiener Gulasch ausprobieren. Ich möchte gerne 2 kg Fleisch verwenden, geht sich das aus bei einem 3,5 l Crockpot oder ist das zuviel? Deine Videos gefallen mir übrigens sehr gut! Liebe Grüße aus Wien! Martina

    • Antworten
      Gabi Frankemölle
      22. November 2018 um 20:26

      Hallo, Martina – das Rezept ist schon für einen 3,5er Topf berechnet, da wirst (und solltest) du nicht die doppelte Menge reinpacken 😉

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