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3 In Slowcooker allgemein

Slowcooker-Hersteller: Welche gibt es, welche sind gut?

meine_slowcooker

meine_slowcooker

„Welches Gerät würdest du empfehlen?“ Das ist die Frage, die ich wohl am zweithäufigsten höre – direkt nach „wie lange dauert…“ 🙂 Und meine Standardantwort dazu ist: Kommt drauf an! Nämlich darauf, welche Größe passt, welche Zusatzfunktionen man möchte, wie viel Geld man ausgeben kann oder will. Erst dann lässt sich wirklich eine Empfehlung aussprechen – vorher ist das genauso ein Herumgerate wie Aussagen zu Kochzeiten, wenn man weder Menge noch verwendetes Topfmodell kennt.

Um bestimmte Gerätemodelle vorzustellen, fülle ich schon seit längerem die Slowcooker-Datenbank mit eigenen und euren Erfahrungen. Zur ersten Orientierung möchte ich jetzt aber auch nochmal Grundsätzliches zu den bekanntesten Herstellern schreiben, basierend auf 15 Jahren eigener Erfahrung (subjektiv, ohne Anspruch auf Vollständigkeit und ohne Bezahlung/Sponsoring von irgendwem). Möglicherweise habt ihr ganz andere Erfahrungen gemacht – schreibt das gerne in die Kommentare unten.

Slowcooker-Marken – von low zu high

Ich sortiere meine Übersicht nach dem (von mir erfahrenen) Heizverhalten der Töpfe. Denn das interessiert die meisten Nutzer und Käufer in spe: Bekomme ich eine Schnarchnase oder einen Heißblüter? Richtig – darauf basieren letztendlich die Kochzeiten. Allerdings bitte ich, diese Rangliste mit Vorsicht zu behandeln: Manchmal gibt es sogar innerhalb der Modellereihen eines Herstellers große Abweichungen nach unten oder oben  sowas findet man nur in „Selbstversuchen“ heraus 😉

Russell Hobbs

Die Modellpalette von Russell Hobbs ist nicht sehr groß (vier Geräte zwischen 2 und 5,5 Liter, digital und manuell, einer mit hübscher beschreibbarer Oberfläche), aber die Geräte sind preisgünstig und gut verarbeitet. Alle verdienen den Namen Slowcooker voll und ganz, denn sie heizen sehr vorsichtig – der weiße Minitopf auf dem Foto ganz oben mit gerade mal 60 bis 75 Watt! Die meisten Geräte kommen mit UK-Steckeradapter.

Zwei neue Russell Hobbs Slowcooker
Gerätevorstellung zweier neuer Russell Hobbs Slowcooker: Beide heizen schön vorsichtig

Morphy Richards

3,5- und 6,5-Liter-Töpfe (oval) von Morphy Richards waren meine ersten Slowcooker und ich war immer sehr zufrieden mit Verarbeitungsqualität, Langlebigkeit und dem eher defensiven Heizverhalten. Die Zeiten meiner meisten Rezepte sind in MR-Kochern entstanden – aber aktuell pusht das Unternehmen (leider) nur noch teurere „Huckepack-Kocher“, in denen man nicht ordentlich slowcooken kann. Neue Standardmodelle sind meines Wissens nach lange nicht auf den Markt gekommen – die preisgünstige „alte“ Modellpalette umfasst Töpfe zwischen 3,5 und 6,5 Liter, mit Keramik- und Anbrattöpfen, wenige auch mit Digitalsteuerung. MR-Slowcooker kommen meist mit UK-Steckeradapter.

Andrew James

Diese britische Marke verkauft via Amazon und eBay, verschickt ihre Töpfe überwiegend aus UK und mit Steckeradapter. Andrew-James-Töpfe kommen in Größen zwischen 1,5 und 8 Litern (alle oval), mit Keramik- oder Anbrat-Innentopf, wenige haben auch Digitalsteuerung. Preislich sind AJ’s wirklich günstig, ich habe aber gute Erfahrungen in Sachen Langlebigkeit gemacht. Vom Heizverhalten her sind AJ’s eher flott.

Crock-Pot®

… hat eine breite Modellpalette und ein ganz breites Preisspektrum. Bei Amazon und Lakeland (sonst kenne ich keine Bezugsquellen) gibt es sowohl manuelle Minitöpfe für 30 Euro als auch digitale Multikocher für 180. Der US-Hersteller (Fabrikationsort meist China) liefert überwiegend Töpfe mit deutschem Stecker. Die Verarbeitungsqualität der Slowcooker ist gut und entspricht den höheren Preisen. Fast alle Modelle von Crock-Pot® heizen eher flott, was man auch schon an den Wattzahlen auf der Unterseite ablesen kann. Grund soll sein, dass man zu lange Garzeiten und daraus eventuell folgende Keimentwicklung um jeden Preis vermeiden möchte. Jaja, die USA sind bekanntlich das Land der Millionenklagen 😉

Crock-Pot Saute Gerätetest
Huckepack-Gerät von Crock-Pot mit innovativer Beschichtung – hier der Gerätetest

Techwood (Lidl) / Ideenwelt (Rossmann)

Diese No-Namegeräte werden in Fernost produziert, haben deutsche Stecker und landen ab und an zu Knüllerpreisen in Sonderangebots-Prospekten oder den jeweiligen Onlineshops. Sie kosten dann um 25 Euro, heizen eher stark und fassen 3,5 bzw. 4,5 Liter. Die Innentöpfe sind aus Keramik.

Lakeland

Der Online-Küchenshop hat auch eine Slowcooker-Eigenmarke. Die Geräte mit Keramiktöpfen (1,5 l rund, 3,5 und 5,6 l oval) sind preiswert, heizen aber ziemlich heftig. Ich kenne selbst nur den Mini-Crocky, den ich zurück geschickt, habe, weil mir darin einiges angebrannt ist. Der Kundenservice war prima.

Syntrox

Der Vertrieb sitzt in Deutschland, die günstigen Töpfe kommen (wie bei fast allen Herstellern) aus China und haben deutsche Stecker. Meine Erfahrung mit Syntrox-Töpfen bezieht sich auf ein sehr stark heizendes 3,5-l-Modell, das schnell kaputt ging und wo ich mich mit dem Kundendienst herumstreiten musste, um es zurück zu geben. Auch andere Kunden berichten nichts Gutes von Geräten und Kundendienst, andere sind zufrieden. Es gibt eine recht breite Modellpalette mit überwiegend Keramiktöpfen, einige haben Digitalsteuerung und es gibt „Twins“ mit zwei Minitöpfen in einem Gehäuse.

Sonderfall: Klarstein Sous Vide Garer

Wer wirklich Wert auf ganz exakte Heizleistung legt: Klarstein hat einen Sous-Vide-Garer, der auch als Slowcooker funktioniert und bei dem man die Zeit gradgenau einstellen kann. Funktionierte in meinem Test prima

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3 Kommentare

  • Antworten
    Angie
    14. April 2018 um 13:59

    Letztes Jahr hatte ich im TV einen Bericht über das Schongaren gesehen. Danach war ich so angefixt vom Nebenbei-Kochen, dass ein Slow Cooker unbedingt hier einziehen musste. Gesagt getan und los ging die Recherche.

    Syntrox:
    Der erste Slow Cooker der hier einzog ist ein 3,5 l Topf von Syntrox. Tja(!) … es musste ja unbedingt einer mit elektronischem Bedienfeld sein. Der Topf ist definitiv ein Heißblütler. Die Kochzeiten können nach unten korrigiert werden. Oder wie Gabi immer sagt, es ist wichtig, mit dem eigenem Gerät eigene Kochreihen zu starten. Sehr hilfreich ist es, sich zu jedem Rezept die eigenen Kochzeiten dazu zu schreiben, dass hilft später sehr.
    Einen (gravierenden) Nachteil hat das Gerät jedoch. Auf der Stufe LOW springt das Relais ca. jede Minute hörbar an. Die Küche liegt hier genau im Zentrum. Alle anderen Räume liegen drum herum. Egal wohin man auch geht und welche Türe man auch schließt, dass Klacken hört man. Ihn nachts laufen zu lassen, habe ich daher aufgegeben.
    Deshalb läuft er nur noch auf LOW, wenn ich dann auch die Räumlichkeiten hier ganz verlasse.
    Ich würde ihn nicht mehr kaufen. Das elektronische Bedienfeld ist mir nach einem Jahr Kocherfahrung auch nicht mehr wichtig :-).

    Andrew James:
    Slow Cooker sind Rudeltiere :o). Für einen kleinen Haushalt ist der 3,5 l Topf manchmal zu groß. Also zog noch der 1,5 l Topf von Andrew James ein. Der kleine hat einen festen Platz auf der Arbeitsplatte und ist daher immer einsatzbereit. Auch Andrew James ist ehr flott unterwegs. Die Kochzeiten variieren nach unten.
    Den würde ich immer wieder kaufen. Er macht genau das was er soll, schonend garen und das ganze sogar ohne aufwendiges Bedienfeld ;-).
    Die Automatik-Stufe mag ich am liebsten. Nach 4 Stunden auf HIGH, regelt er sich alleine für 6 Stunden auf warmhalten runter. Wenn ich also mal die Zeit aus dem Auge verliere, was gelegentlich passiert, ist es völlig schnuppe, da der Topf ja nicht mehr auf HIGH läuft.

    Mein Fazit: Nie wieder ohne Slow Cooker. Je einfach der Topf ist, um so besser. Im Grunde reichen 3 Einstellungen. Off, HIGH und LOW. Bei Keramiktöpfen ist selbst das Warmhalten überflüssig, da die Töpfe ausreichend Restwärme für 1 bis 2 Stunden entwickeln. Ein elektronisches Bedienfeld läßt sich mit einer ganz einfachen Zeitschaltuhr ersetzen.

    • Antworten
      Gabi
      21. April 2018 um 15:09

      Danke für deine Erfahrung – deckt sich ja mit meiner 😉 Und wenn du oben auf dem Küchenwagen meine Gerätepalette siehst – bei mir stehen auch mehr die ganz einfachen Töpfe.

      • Antworten
        Angie
        21. April 2018 um 16:31

        Auf deine Seite bin ich (leider) erst gestossen, als der Slow Cooker schon hier war und auch zu dem Zeitpunkt war ich noch immer überzeugt, dass ein elektronisches Bedienfeld was ganz tolles sein muss :o).
        Aber man darf sich ja auch weiterentwickeln und seine Meinung revidieren. Der Syntrox bleibt solange hier, bis der den Geist aufgibt und dann wird ein anderes 3,5 l Gerät hier einziehen :-).

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