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10 Tatsachen, an denen Du erkennst, dass Du immer noch foodblogst

Foodprops für Foodblogger

Was haben Clean Eating, hippe Nischenblogs und Foodblogger-Solidarität gemein? Ich habe sie kommen und gehen sehen 😉 Mehr Insights aus meinem langjährigen Foodblogger-Dasein gibt es hier…

Ausblick aus (m)einer Küche in (m)einen Herbstgarten: Hat dieses Foto oben nicht Symbolcharakter? Also quasi mein Foodbloggerdasein nach 15+ Jahren im dem Geschäft, das erst seit wenigen Jahren überhaupt eins ist. Fallende Blätter stehen für Ernüchterung, die Herbstsonne hinter den Bäumen für den Lichtschein am Ende des Horizonts. Quatsch. Oder besser: Philosophischer Quatsch mit Sauce, wir sind hier schließlich bei einem Foodblog!

Allerdings habe ich über die ganzen Bloggerjahre tatsächlich einiges erlebt – und da lasse ich euch einfach mal an meinen Beobachtungen teilhaben. So wie 2008 an den 10 Tatsachen, an denen Sie erkennen, dass Sie Foodblogger sind, und später an den 10 Tatsachen, an denen Sie erkennen, dass Ihre besten Tage als Foodblogger vorbei sind

  1. Sie siezen Ihre Besucher nicht mehr. Siezen ist für Printmedien – wer bloggt oder mit Bloggern umgeht, duzt. Obwohl ich mich an die Mailanrede „Hey Gabi“ von der Marketing-Praktikantin aus Agentur XY erst gewöhnen musste.
  2. Du hast inzwischen ungezählte Foodblogger-KollegInnen kommen und gehen gesehen, viele davon mit Wehmut. Einige aber auch mit heimlicher Genugtuung, wenn der „schnelle und mühelose Weg zum Reichtum durch Nischenbloggen“ nicht funktionierte.
  3. Du freust dich darüber, dass so viele bloggende Zeitgenossen noch aktiv sind: Küchenlatein, Chili & Ciabatta, Brot und Rosen, Kaffeebohne, Zorra, Barbaras Spielwiese, Genial Lecker.
  4. Du wirst fuchsteufelswild, wenn der Mann nach 15+ Foodblog-Jahren immer noch nicht verstanden hat, dass bestimmte Holzbrettchen KEINSFALLS und NIMMERNICH dazu bestimmt sind, darauf Brot zu schneiden.  

    Rezept für einfaches grießbrot aus dem Vorrat

  5. Du hast Foodblogger-Solidarität gehen (und wieder kommen) sehen.  Auf private Foodblogger-Treffen folgten die gesponsorten und kommerziellen, auf gegenseitiges Verlinken die Rezeptabschreiberei ohne Credit als Geschäftsmodell für Kochbücher. Wie schön, dass es jetzt wieder virtuelles Rudelkochen und Aktionen wie Koch mein Rezept gibt. Merksatz: Ausgehende Links sind nichts Böses!
  6. Deine Rezepte erreichen inzwischen die zweite Generation.  Mit den Chocolate Chip Cookies habe ich seinerzeit meine Freundinnen begeistert – jetzt findet der Sohn den Rezeptausdruck von USA-K zufällig bei seinem Kumpel in der Studentenbude. Unbezahlbar 😉 
  7. Du kochst, notierst Zutaten, die Zubereitung und fotografierst die Ergebnisse – immer noch. Aber zusätzlich arbeitest du einen SEO-Optimierungs-Katalog ab, promotest deinen Beitrag auf (mindestens) vier Social Media Kanälen, erstellst acht Pinterest Pins, ein YouTube-Video und legst alles in Trello auf Wiedervorlage fürs nächste Jahr.
  8. Buddha Bowls, No-Knead-Bread, Galettes, Clean Eating, Cake Pops, Matcha-Eis: Du hast inzwischen ungezählte Food-Trends kommen (und gehen) gesehen. Und:
  9. Du hast sie alle mitgemacht. Okay, fast alle. Die Grenze gezogen habe ich bei grünen Smoothies und zuckerfreiem Backen  – ich will keinen Spinat trinken oder Süßkartoffeln im Schokokuchen… 
  10. Flohmärkte, Second-Hand-Shops und Sozialkaufhäuser sind nach wie vor dein Kryptonit. Und du suchst nach wie vor nicht nach Designerhandtaschen oder antikem Schmuck, sondern nach Aufschnittgäbelchen, Geschirrtüchern, Porzellanschalen oder einem Ersatz für das vom Mann ruinierte Holzbrett 🙂

    Foodprops für Foodblogger

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10 Kommentare

  • Antworten
    Ulrike
    28. Oktober 2020 at 8:36

    Ach, ach, ach! Danke für das Kompliment!

    Und ja, ich finde mich bis auf Punkt 7 und 9 wieder 😉 Ich koche, notiere Zutaten und fotografiere zwar immer noch, aber SEO und Social Media-Kanäle bestimmen mich nicht … Und wie sagte S2: Social-Media-Kanäle sind schnelllebig. So wie gute (Fach)bücher immer noch Bestand haben, so werden auch immer Blogs unter Punkt 3 gelesen werden. Sagte auch die Dame von der Süddeutschen, die nach so langer Zeit Küchenlatein als kompetent und „unabhängig“ einstufte und zum Thema Obst befragte 🙂

    • Antworten
      Gabi Frankemölle
      28. Oktober 2020 at 8:40

      Sehr wahr – nix ist unsozialer als Social Media und nix unehrlicher als der „ehrliche Instagram-Blick hinter die Kulissen“ 😉

  • Antworten
    Carolin
    28. Oktober 2020 at 12:13

    Oh das Holzbrett … mehr als eines haben jetzt den charmanten „used look“ und können nur noch dann genutzt werden, wenn das Brot so groß ist, dass es die Schnittstellen verdeckt 😉
    Ach Gabi, das ist ein erfrischender Beitrag und auch mit (deutlich) weniger als 15 Jahren Foodblogerfahrung kann ich viele der Punkte nachvollziehen …!
    Liebe Grüße!

  • Antworten
    Gabi Frankemölle
    28. Oktober 2020 at 13:58

    Liebe Grüße zurück – und gut zu wissen, dass es auch andere schwer belehrbare Ehemänner (und kaputte Holzbretter) gibt 😉

  • Antworten
    Claudia
    28. Oktober 2020 at 14:26

    Liebe Gabi, jetzt musste ich herzlich lachen, denn die meisten Punkte kann ich nur kopfnickend bestätigen. Bei den Trends kann ich aus Gründen nicht mithalten. 😉 Ich schick dir viele liebe Grüße aus Salzburg, Claudia

    • Antworten
      Gabi Frankemölle
      28. Oktober 2020 at 14:44

      Ach, grüne Smoothies hättest du schon mitmachen können, wenn du gewollt hättest, Claudia… Aber wer will das schon???? 🙂

  • Antworten
    Petra aka Cascabel
    28. Oktober 2020 at 17:01

    Huhu Gabi,

    welche Ehre, hier erwähnt zu werden! Aber als „Urgestein“ freue ich mich wie du über jeden, der noch aus den Anfängen übrig geblieben ist.
    Ich schließe mich übrigens Ulrike an und bin bis auf die Vermarktung in 7 und 9 ganz bei dir. Instagram ist für mich immer noch der „Insta“-Kanal, der mein aktuelles Tun abbildet – SEO ignoriere ich, da ich nichts verkaufen will. So fühlt sich Bloggen ganz entspannt an 🙂

    • Antworten
      Gabi Frankemölle
      28. Oktober 2020 at 18:13

      Vielleicht ist das das „Geheimnis“ fürs Durchhalten – zusammen mit der Tatsache, dass man größten Spaß am Thema hat und nicht nur die lukrativste Nische gesucht hat 😉

  • Antworten
    Katja aka Kaffeebohne
    28. Oktober 2020 at 19:08

    You made my day – nach all dem Mist auf den Nachrichtenkanälen…

    Ich habe diesen Monat auch die 15 Jahre voll und habe es schon wieder nicht gemerkt 🙂
    Vielen Dank für die Erwähnung – und Grüße an die anderen in der Liste, die ich auch schon von Anfang an lese.

    Ich schreibe ja meistens vor und terminiere die Beiträge und vergesse fast immer den Insta-Account 🙂

    Liebe Grüße und bleibt gesund!
    Katja

    • Antworten
      Gabi Frankemölle
      28. Oktober 2020 at 20:22

      Liebe Grüße zurück – ja, Nachrichten schau ich im Moment auch nicht gern 🙁

    Antworten