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Kulinarische Weltreise Ecuador: Shrimp-Ceviche

Rezept für Ceviche de camaron, Shrimp-Cocktail aus Ecuador

Rezept für Ceviche de camaron, Shrimp-Cocktail aus Ecuador

Die kulinarische Weltreise der deutschen Foodblogger führt in diesem Monat nach Ecuador. Hach, was freue mich darüber – denn in diesem kleinen, aber unglaublich vielfältigen und wunderschönen Land in Südamerika habe ich (Wahl-)Familie! Und die hat mich mit einem der berühmtesten Gerichte des Landes bekannt gemacht: Shrimp-Ceviche oder Ceviche de camarón.

Besuch in Ecuador 2011
2011  an der „Costa“ bei Olon. Der Westen des Landes ist quasi tropisch, die Landschaften der Anden ähneln der Schweiz und ganz im Osten findet man Amazonas-Regenwald. 

Es ist verdammt schwer etwas zu kochen, von dem man keine Ahnung hat, wie es schmecken soll. Somit ging mein erster Ceviche-Versuch total schief: Weil Carlos (damals noch Austauschschüler aus Ecuador, heute drittes Kind ehrenhalber) frischen Fisch vermisste, hatte ich den rohen Meeresfrüchte-Cocktail damals zubereitet (siehe Bericht hier). Sagen wir nur so viel: Roher Fisch ist in Westfalen per se keine gute Idee. Der Ersatz von Koriander durch glatte Petersilie und die allzu reichliche Verwendung von Limetten übrigens auch nicht. Denn die sind in unseren Breiten einfach nur sauer. Dagegen schmecken sie in Ecuador viel aromatischer und haben auch keine beissende Säure.

Ceviche, wie sie n Ecudaor serviert wird
Weil Shrimps in Ecuador verhältnismäßig günstig sind, bedarf es auch keiner „Verlängerung“ durch Tomate oder Paprika. Man isst sich an den Meeresfrüchten satt!

Ceviche, wie sie n Ecudaor serviert wird

Von der Schale in den Mund in fünf Minuten

Das weiß ich aber auch erst, seitdem ich zweimal in Ecuador zu Gast sein durfte  – meinen kulinarischen Reisebericht zu diesem wunderbaren Land findet ihr hier. In jedem Fall habe ich dort ich dort neben Meerschweinchen auch echte Ceviche gegessen, in der Shrimpsversion bei Carlos‘ warmherziger Familie, in der Austernversion am Strand von Montañita. Sowas von lecker! Zwiebeln und Limetten schmecken viel milder als bei uns, Meeresfrüchte sind günstig und superfrisch. Siehe Austern-Ceviche: Die „Ostra“ wurde am Verkaufswagen lebend vom Eis geholt, geöffnet, zerschnitten und mit dem Ceviche-Sud vermischt – fertig!

Ceviche-Zubereitung am Strand in Ecuador Ceviche-Zubereitung am Strand in Ecuador

Am Strand gibt es zur Ceviche trockene Chips aus Kochbananen (wie bei uns die aus Kartoffeln) oder salziges Popcorn. Im Restaurant (oder bei unserer Gastfamilie) serviert man Reis oder Patacones dazu, „die ecuadorianischen Pommes“, wie Carlos sagt.  Sie werden aus stärkehaltigen Platanos, Kochbananen, zubereitet, haben ein nur ganz leichtes Bananenaroma und sind überhaupt nicht süß. Falls ihr die grünen Dinger mal im Supermarkt seht: Kaufen und ausprobieren! Ein Rezept dafür habe ich schon einmal veröffentlicht – siehe hier.

Übrigens: Anders als mein erster Ceviche-Versuch sind meine weiteren Versuche, für Carlos etwas Ecuadorianisches zu kochen, durchaus gelungen. Es gab hier also schon Empanadas Mendocinas (Teigtaschen mit Hack), Arroz con Menestra (Reis und Bohnen), Patacones (Kochbananen-„Pommes“), Pescado Encocado (Fisch in Kokossauce aus dem Slowcooker).

Roh muss nicht: Ceviche aus vorgegarten Shrimps

Ecuadorianische Shrimp-Ceviche wird oft aus bereits gegarten Shrimps zubereitet, schreibt die wohl bekannteste Foodbloggerin des Landes (die in den USA lebt) in diesem Artikel. Laylitas Rezepte (siehe Kasten oben) haben bei mir immer bestens funktioniert, also glaube ich ihr auch in diesem Fall. Abgesehen davon ist mir der Gedanke an rohen Fisch (auch wenn er in Zitronensaft „gegart“ wird) hier mitten auf dem europäischen Festland, weit abseits von Küsten nicht so sehr symphatisch. Daher habe ich die aufgetauten TK-Shrimps vier Minuten in Salzwasser blanchiert. Gold wert war auch der Tipp, die Zwiebeln in Salzwasser ziehen zu lassen. Das macht sie viel milder – damit übertönen sie die feineren Aromen nicht mehr. 

Ich denke, diesen zweiten Ceviche-Versuch könnte ich Carlos durchaus vorsetzen. Allerdings weiß ich inzwischen, dass er Schnitzel, Bratwurst, Bratkartoffeln oder Bohneneintopf bevorzugt, wenn er uns besucht! Frische Meeresfrüchte gibts dann wieder zuhause…

Rezept für Ceviche de camaron, Shrimp-Cocktail aus Ecuador

Shrimp-Ceviche aus Ecuador

Ergibt: 6 Portionen

Diesen frischwürzigen Fischcocktail aus Ecuador gab es bei uns als feine Vorspeise. Die Shrimps werden vorgegart, daher könnt ihr gut auf TK-Produkte zurück greifen. Das macht es günstiger.

Zutaten

  • 1 gr. rote Zwiebel, in feinsten Halbringen
  • Salz, Pfeffer
  • 400 g TK-Shrimps
  • 3 - 4 Limetten
  • 1 Orange
  • 4 EL Ketchup
  • 2 EL Olivenöl
  • 2 Fleischtomaten, sehr reif, fein gewürfelt
  • 1 Bund Koriander, gehackt

Zum Servieren:

  • Kochbananen-Chips ODER
  • gesalzenes Popcorn ODER
  • Patacones
  • Aji criollo (scharfe Sauce, optional)

Zubereitung

Die Zwiebelscheibchen (je dünner, desto besser) zehn Minuten in kaltes, gesalzenes Wasser legen.

Die aufgetauten Shrimps (ich hatte eine mittlere Größe, daumengroß) schälen, drei bis vier Minuten in leicht kochendem Wasser blanchieren, abspülen und abtropfen lassen.

Für die Marinade Limetten und Orange auspressen, Saft mit Ketchup und Öl verrühren und mit Salz und Pfeffer würzen.

Die Zwiebeln abtropfen lassen, mit Tomaten, Shrimps (eventuell mundgerecht zerschneiden) und Koriander vermischen. Den Sud darüber geben und ein bis zwei Stunden im Kühlschrank ziehen lassen.

Mit Kochbananen oder Popcorn servieren (der Europäer nimmt auch gerne Baguette dazu).

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9 Kommentare

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    Kathrina
    21. Juli 2021 at 10:13

    Dein Ceviche würde mir sicherlich auch schmecken. Allerdings würde ich den Koriander tatsächlich durch Petersilie ersetzen. Die Idee mit den vorgegarten Shrimps gefällt mir sehr gut, denn mir geht es da ähnlich wie dir.

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    Britta
    21. Juli 2021 at 22:55

    Das mit den vorgegarten Garnelen ist ein toller Tipp! Auch wenn ich hin und wieder Sushi und auch graved Lachs esse, ist roher Fisch für Menschen mit gedrücktem Immunsystem eher nicht so das Optimum.
    Muss ich unbedingt mal ausprobieren!

    Liebe Grüße
    Britta

  • Antworten
    Simone von zimtkringel
    25. Juli 2021 at 13:21

    Yup, ich schließe mich den Vorrednerinnen an: Gegart ist mir aus genannten Grünen auch lieber, denn als Schwäbin bin ich ja noch viel weiter weg von der Küste, als du. Wobei ich gestehe, dass ich bei Sushi und gebeiztem Fisch auch keine großen Skrupel habe und die nach einer gewissen Vorauswahl auch verschlinge, wie nix. Scheint bei mir also eher eine Kopfsache zu sein. Jedenfalls gefällt mir dein Rezept super gut!
    Grüße
    Simone

  • Antworten
    Susanne
    25. Juli 2021 at 14:54

    Ich bin auch verdammt weit weg von der Küste und habe mich deshalb noch nicht an Ceviche gewagt. Aber mit den gegarten Shrimps könnte ich das ja endlich mal testen.

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    Jenny
    25. Juli 2021 at 19:31

    Ich glaube dir gerne, dass du dieses Mal erfolgreicher warst das Rezept zu kochen, mir ging es auch so, nachdem mein Mann Kolumbianer ist und ich mehrere Male das Land bereisen durfte, kann ich auch viel besser nachvollziehen wie alles schmecke soll.
    Mein Mann liebt Shrimps, deine Version klingt auch in Deutschland machbar, danke!

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