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9 In Slowcooker allgemein

Gerätetest: Instant Pot – Schnellkochtopf UND Slowcooker

Was ist der Instant Pot

Was ist der Instant Pot

Slowcooker sind in den USA ein “alter Hut”. Gefeiert wird da stattdessen ein programmierbarer Schnellkochtopf (UND Reiskocher UND Jogurtbereiter UND Dampfgarer UND Slowcooker) – der Instant Pot*. Auf dem Schirm zum Testen habe ich den seit längeren – nur: Der Hersteller bzw. dessen deutsche Agentur stellen keine kostenlosen Testgeräte zur Verfügung. Im Gegenzug wollten sie von mir aber gerne kostenlose Rezepte (von denen ich ja nicht mal weiß, ob und wie sie im Instant Pot funktionieren!) für ein Rezeptbuch. Och, nee…

Durch Gespräche bei den Facebook Slowcooker Boys & Girls ergab sich nun aber doch die Gelegenheit, an einen Instant Pot* zum Testen zu kommen. Susanne hat ihn mir freundlicherweise geschickt, weil sie ihn zwar “eigentlich gut findet bis auf die Anbratfunktion”, aber ihre anderen Geräte irgendwie lieber und öfter nutzt.

Was ist der Instant Pot?

Der Instant Pot ist ein Multikocher – aber ein besonderer. Er kann nämlich – wie ein Schnellkochtopf – auch Druck aufbauen und so zum Beispiel Hülsenfrüchte, Fleisch, Chili ratzfatz garen. Zudem bietet er Modi für Reis, Suppen, Dämpfen, Anbraten, Joghurt und Slowcooking. Er besteht aus einem Heizelement mit Programmier-Panel, einem herausnehmbaren Innentopf und dem Deckel mit Gummi-Dichtungsring und Ventil.

Auf dem deutschen Markt gibt es zur Zeit zwei Modelle: Ein 6-in1-Gerät (6 Liter Fassungsvermögen, etwa 99 EUR) und ein 7-in-1 (6 Liter Fassungsvermögen, etwa 129 EUR), die sich offenbar nur durch den Joghurt-Modus unterscheiden. Als Zubehör gibt es zusätzliche Innentöpfe, Glas- und Plastikdeckel, Dämpfeinsätze. Die Energieaufnahme ist mit 750 bis 1000 W beziffert.

Der Instant Pot kommt aus Kanada, die Gebrauchsanleitung aber offenbar aus Bangladesh 🙂 Beispiel gefällig? “Wenn du die Eingewöhnung-Test wenden Sie sich bitte an die 3-Cup nicht 3-l-Marke füllen.” Oder “Die bisher verwendeten Kochstufen werden gespeichert auch nach Instant-Pot-Herd ausgesteckt von der Macht.” Alles klar, ne?

Der erste Test: Joghurt


Joghurt bereiten im Instant Pot – das klappte wunderbar

Weil Joghurt-Bereiten im Slowcooker Temperatur- und Geling-Lotto ist, habe ich als erstes das Joghurt-Programm des Instant Pot ausprobiert. Weil in der  Betriebsanleitung des Instant Pot Mengen fehlten, suchte ich im Internet nach Tipps – und fand diese hilfreiche und detaillierte Anleitung (allerdings englischsprachig). Ich tippte also fleissig Tasten, maß Temperaturen  – und es funktionierte. Nach acht Stunden öffnete ich den Deckel und hatte zwei Liter stichfesten Vollmilch-Joghurt. Ein klarer Punkt für den Instant Pot.

Der zweite Test: Die Schnellkochtopf-Funktion


Hülsenfrüchte und Gewürze – alles zusammen für ein Curry in den Topf?

Aus einem Kostenlos-Rezeptheftchen zum Instant Pot habe ich mir ein Rezept für ein Kichererbsencurry ausgesucht. Naja, eigentlich nur Kichererbsen in Tomaten-Gewürzsauce, aber sowas kann man schließlich selbst noch aufpeppen. Reizvoll fand ich das Konzept, die getrockneten Kichererbsen ohne Einweichen sofort mit sämtlichen anderen Zutaten (Tomaten, Gewürze) in den Topf zu geben und dann 35 Minuten “unter Druck” (Programm Bean / Chili) zu garen. Meine Zweifel haben sich aber bestätigt: Nein, das Gemüse war in der Zeit nicht weich geworden. zwei weitere Stunden auf Stufe Slow Cook HIGH sorgten dann für ein schlichtes, aber leckeres veganes Curry. Ein Punkt für den Instant Pot, ein halber Punkt fürs Rezept. Aber siehe Abschnitt ganz oben: Vermutlich konnte der Rezeptautor das Gericht gar nicht im Instant Pot testen…

Der dritte Test: Die Anbratfunktion

Das ist die Schwachstelle sämtlicher Multikocher, die ich bisher getestet habe (siehe hier und hier). Denn was nutzt mir ein großzügiger 5- oder gar 6-l-Topf, wenn ich darin auf einmal nur 250 g Fleisch oder 400 g Hack anrösten kann bzw.  die Hitze zum Braunwerden überhaupt nicht reicht reicht? Der Instant Pot stellte sich beim Anbraten zwar erheblich besser an als zum Beispiel der Multicooker von Kitchen Aid, aber an einem guten Pfund Hack für Bolognese scheiterte er auch. Aber immerhin: Ein halber Punkt für den Instant Pot.

Anbraten im Instant Pot
Ein Kilo Fleisch anbraten? Das schafft der Instant Pot nicht, da muss der Bräter her 

Der entscheidende Test: Die Slowcooker-Funktion

Ich habe inzwischen Bolognese, das indische Butterhuhn, eine Kartoffelsuppe und Gulasch  im Slow Cook-Modus des Instant Pot zubereitet. Der Topf war jedesmal halb bis zweidrittel voll (also wie beim Langsamkochen auch, Mengen etwas größer als beim 3,5-l-Topf)  und das Ergebnis war sehr gut. Soll heißen: Die Zeiten passten (LOW war sogar eher langsamer als bei anderen Töpfen) und es hing nichts am Rand an. Umrühren und ansetzen muss man also nicht befürchten, wenn man den Instant Pot bei passender Füllmenge als Slowcooker verwendet.

Mein Fazit zum Instant Pot

Von früher her bin ich eher schnellkochtopf-geschädigt. Ich fand diese Töpfe mit dem zischenden Ventil obendrauf, dessen Steigen und Sinken man genau beobachten musste, extrem beängstigend. Erfreulicherweise zischt und brodelt beim Instant Pot nix, er regelt sich selbst auf nicht-zischende Temperaturen. Die voreingestellten Modi (zum Beispiel Reiskochen) passen, auch beim Langsamgaren. Das eröffnet einem ganz neue Möglichkeiten: In einem Gerät ungeplant-schnell zum Beispiel Hülsenfrüchte und Reis garen, anschießend ein paar Zwiebeln anbraten und das Gemüsecurry unbeaufsicht langsam schmurgeln lassen.

Auf der Plusseite des Gerätes sehe ich auch den bezahlbaren Preis* und die Bedienung, die einfacher ist, als man zunächst glaubt (keine Bestätigungen von Eingaben notwendig!) – schlecht sind allerdings Gebrauchsanleitung, Infoblätter und Rezepteheft. Ist es denn so schwer/teuer, einen ordentlichen Dolmetscher/Autor für sowas zu engagieren? Zudem fällt die Energiebilanz des Instant Pot gegenüber dem Slowcooker / Joghurtbereiter sicherlich ausgesprochen schlecht aus – er verbraucht ein Vielfaches an Strom.

Meine Meinung zum Instant Pot auf einen Blick

Vorteile Nachteile
 + vielseitig einsetzbar (Langsam- und Schnellkochen)  – hoher Stromverbrauch verglichen mit Slowcookern
 + Slow Cook-Modus funktioniert sehr gut  – Anbratstufe schafft nur kleinere Mengen
 + recht einfach bedienbar  – bislang wenig Rezepte auf Deutsch verfügbar
 + günstiger Preis verglichen mit anderen Multikochern  – schlechte Gebrauchsanweisung

Hinweise: Ich habe dieses Gerät von einer Freundin geliehen bekommen und es daher völlig unabhängig vom Hersteller getestet.  *Affiliate-Link zu Amazon

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9 Kommentare

  • Antworten
    Der Instant-Pot unter der Lupe – jetzt auch bei YouTube – Crockyblog – Langsam kocht besser
    3. Juni 2017 at 17:52

    […] Pot als Slowcooker bzw. taugt er überhaupt etwas? In Wort und Bild habe ich das auf diesem Blog in diesem Artikel schon geschrieben. Wer sich den Gerätetest lieber als Video ansieht, kann das jetzt auch tun […]

  • Antworten
    WDR-Haushaltscheck: Was taugen Multikocher? | Langsam kocht besser
    23. Mai 2018 at 16:25

    […] für den Multikocherpart. Getestet wurden der günstige Multikocher vom Lidl, der Instant Pot (mein Test siehe hier) und eine Cook4Me von Krups, den ich gerade unter die Lupe nehme. Ihr wollt reinschauen? Den […]

  • Antworten
    Gerätevorstellung: Der Crock-Pot Express | Langsam kocht besser
    28. August 2018 at 9:48

    […] Joghurt bereiten, Reis kochen. Der „Crock-Pot Express“ ist also  ein Klon des Instant Pot und ich teste ihn gerade auf Herz und […]

  • Antworten
    Kichererbsencurry (vegan) aus dem Instant Pot | Langsam kocht besser
    15. Februar 2019 at 16:57

    […] guck – für den Schnellkochtopf! Genauer gesagt für die Schnellkochtopf-Funktion des Instant Pot, den ich jüngst getestet habe. Der kocht aber nicht nur schnell, sondern auch langsam oder gar superlangsam (Joghurt). Kurzum: […]

  • Antworten
    Marion
    2. April 2019 at 20:19

    Hallo Gabi,

    habe mir nach Beratung hier dann doch kurzentschlossen einen 3,5l Cooker von Lidl gekauft. Da ich ihn wie gedacht meist zum entspannt Vorkochen und Einwecken verwende, bin ich mit dieser Größe nach wie vor sehr glücklich und freu mich immer wieder über die tollen Rezepte hier. Bei Brühen und Gerichten wie Ochsenschwanzragout ist die Ausbeute dabei aber oft vergleichsweise kläglich, weshalb ich mit einem weiteren Gerät liebäugle. Gemäß meiner selbstauferlegten Regel, möglichst wenige Geräte anzuhäufen und fände daher ein Mulitfunktionsgerät ziemlich schick – zumal ich Funktionen wie Dämpfen etc. sicher gut nutzen würde. So wie ich Deine Beschreibung verstehe, ist dieses Gerät allerdings nicht für doppelte Mengen ausgelegt und die 6L sind eher Gesamt- als Nutzvolumen – oder? Hast Du vielleicht eine andere Idee für mich?

    PS: Falls Du Deine Expertise mal auf “Langsam gekocht und eingeweckt” erweitern willst – mein Dank wär´Dir sicher! 🙂

    • Antworten
      Gabi Frankemölle
      3. April 2019 at 10:46

      Stimmt, Marion – wirklich mehr als 4,5 – 5 l Inhalt hat dieser Topf eigentlich nicht… Ich habe nur für Fonds etc. einen 8-l-Andrew-James-Topf, den es mal bei einer Aktion für gut 35 Euro gab. Ich habe aber auch den Platz, das zu stellen (bzw. nehme mir den)…

  • Antworten
    Marion
    5. April 2019 at 23:40

    Sprich es gibt kein Multifunktionsgerät, dass für 8 Portionen ausgelegt ist? Hm, dann wird es wohl doch ein 6,5 oder 8l Slowcooker…

    • Antworten
      Gabi Frankemölle
      6. April 2019 at 8:50

      Nein, gibt es meines Wissens nach nicht. Die Geräte sind ja eh schon sehr groß, wenn man die dann auch noch für XL-Portionen bauen würde, passen die auf keine Arbeitsfläche mehr…

  • Antworten
    M
    16. Juli 2019 at 11:23

    Oh der Topf “kommt aus Kanada, aber die Bedienungsanleitung kommt aus Bangladesch“, weil das deutsch so falsch ist und das auf jeden Fall nicht die Kanadier sein können, dann ist natürlich die einzige Lösung, dass er aus Bangladesch sein muss, wie? haaahaa, das ist ja wirklich ein toller und origineller Witz… überhaupt nicht rassistisch und so..

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